Ein Jahr GU in Mellrichstadt: Begegnungstreffen am 12. Februar

 

MELLRICHSTADT (sto)   Kennenlernen, einander näher kommen, sich begegnen – das sind drei Schritte, die für das Zusammenleben von Einheimischen mit Flüchtlingen  und Asylbewerbern wichtig sind, und Integration stattfinden kann. Deshalb hat das Solidaritätsteam Mellrichstadt in der Vergangenheit sogenannte Begegnungstreffen ins Leben gerufen, die  in der Bevölkerung wie auch bei den Neubürgern auf große Resonanz gestoßen sind. Die Reihe dieser Begegnungstreffen wird auch in diesem Jahr  fortgesetzt:  Am Sonntag , 12. Februar, lautet für alle Stadtbewohner das Motto „Menschen begegnen – ich bin dabei“ . Treffpunkt ist von 14 bis 17 Uhr wieder die Markthalle.

Der Anlass für dieses Miteinander ist gut gewählt, denn seit einem Jahr besteht die Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Mellrichstadt. Die ersten Neubürger waren am 18. Januar 2016 in die ehemalige Kreisberufsschule eingezogen. Und die Ankündigung beziehungsweise Einladung zu diesem Begegnungstreffen verknüpft Marianne Fritz, Sprecherin des Solidaritätsteams, mit einer aktuellen Zusammenfassung, die zum einen die Situation der Neubürger beinhaltet und zum anderen die Aktivitäten der ehrenamtlichen Unterstützer beschreibt.

Einige Familien und auch Einzelpersonen aus dem Kreis der Neubürger haben Wohnungen in Mellrichstadt und Umgebung bezogen. Unter den Männern haben einige einen festen Arbeitsplatz, andere machen derzeit ein Praktikum. Im Moment, so Marianne Fitz, dürfen die anerkannten Flüchtlinge zwar aus der Gemeinschaftsunterkunft  ausziehen, aber den Freistaat Bayern nicht verlassen. Nach wie vor besteht das Problem des Wohnungsmangels – nicht nur in Mellrichstadt fehlt es an geeignetem Wohnraum.

Positiv stellen die Helferinnen und Helfer des Solidaritätsteams fest, dass die Neubürger viel Unterstützung seitens der Bevölkerung (zu nennen sind Kleider-Spenden , Haushaltswaren und Fahrräder ) erfahren. Und schön zu wissen ist auch, dass sich die Kinder dieser Familien in der Schule und in den Kindergärten wohl und gut aufgehoben fühlen. Besonders erwähnenswert ist dieses Beispiel des Zusammenlebens: Eine Flüchtlings-Familie durfte ein Stück Garten bei einer heimischen Familie mitbenutzen und eigenständig Salat, Gemüse und Kräuter anbauen und natürlich auch ernten.

Das Erlernen der deutschen Sprache ist, wie allgemein bekannt, Voraussetzung für die Anerkennung als Asylbewerber beziehungsweise Flüchtling, bietet die Volkshochschule Rhön und Grabfeld Integrationskurse und Alphabetisierungskurse an, die auch gut genutzt werden. Beim Thema Integration gibt Sport eine nicht zu unterschätzende Hilfestellung: So sind Kinder in verschiedenen Sportgruppen (Handball, Fußball, Leichtathletik) aktiv, Erwachsene begeistern sich für Volleyball ebenso wie für Fußball.

Nicht minder vielfältig ist nach wie vor die Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer für die Neubürger. Da sind Behördengänge mit dem Ausfüllen der Papiere angesagt, da sind medizinische Belange abzuklären, vor allem Impfungen der Kinder, wie auch die Begleitung zu Fachärzten. Ehrenamtliche halten vier Sprachkurse, andere übernehmen die Hausaufgabenbetreuung. Nicht zu vergessen die Aufsicht im Internet-Treff sowie die Angebote wie Handarbeitskurs oder Kreativkurse in der GU (malen, basteln und kreatives Gestalten mit Kindern).