Aus Fremden werden allmählich Freunde

Zeitungsartikel zum nächsten Begegnungstreffen am 23. Oktober

MELLRICHSTADT (sto)   Man kennt sich. Auf längere Sicht hin, sollte diese Aussage das Ziel sein. Und zwar was die gegenseitige Begegnung zwischen Einheimischen und Neubürgern betrifft. Erste Schritte in dieser Richtung waren bisher die monatlichen Begegnungstreffen mit den Asylbewerbern und Flüchtlingen, um sich näher kennenzulernen. Ein Lernprozess für beide Seiten, der am Sonntag, 23. Oktober, fortgesetzt wird: Das nächste Begegnungstreffen steht dann in der Markthalle von 14 bis 17 Uhr auf dem Programm.

Als kleines Herbstfest soll dieser Sonntag  nach dem Willen der Verantwortlichen des Solidaritäts-Teams gestaltet  werden. Neben Kaffee und Kuchen sowie Speisen aus den Herkunftsländern wird auch heimisches Obst das Angebot bereichern. Die Kommunikation untereinander sollen vor allem Spiele, ob dies nun Brett-, Tisch- oder Kartenspiele sind, anregen. Nun stehen ja die Wintermonate vor der Tür: Ein Basar mit Winterbekleidung und entsprechendem Schuhwerk wird daher nicht fehlen. Kleider- und Schuhspenden können ab 12.30 Uhr in der Markthalle abgegeben werden.

Aus der Sicht des Solidaritäts-Teams stellt sich die Situation der Neubürger mit Blick auf die Integrationsbemühungen von Seiten der ehrenamtlichen Helfer zusammengefasst so dar: Derzeit sind 89 Asylbewerber und Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) untergebracht. Viele Neubürger sind in Integrations- beziehungsweise Sprachkursen eingebunden, manche von ihnen machen nachmittags bereits ein Praktikum, um zu erfahren, ob sie in ihren Berufen auch in Deutschland arbeiten können. Die Neubürger sind hier gut aufgenommen, so trifft man zahlreiche Neubürger beim Einkaufen und Jüngere auf dem Weg zur Schule. Und die Resonanz, so zeigt die Erfahrung, im Hinblick auf das Auftreten der Neubürger ist in der Bevölkerung wie auch bei den Geschäftsleuten gleich positiv.

Es werden Wohnungen gesucht, ob nun Ein-, Zwei-, Drei- oder Vierzimmer-Wohnungen. Wer also Wohnraum anbieten kann, eventuell auch Ferienwohnung oder Einliegerwohnung, ist beim Begegnungstreffen am 23. Oktober willkommen, um sich im Detail zu informieren. Für Fragen stehen die Offiziellen des Solidaritäts-Teams zur Verfügung. Wer Mobilar für die Einrichtung der Wohnungen zur Verfügung stellen kann, wendet sich an die Offiziellen des Helferkreises, „es wird einiges gebraucht“, heißt es von dieser Seite.

Ansonsten stehen Fahrräder hoch im Kurs. Es muss nicht ein E-Bike sein, obwohl auch ein solches – älteres Modell – gespendet wurde. Gefragt sind Räder mit oder ohne Gangschaltung, Kinderräder und Inliner.

Gesucht werden nach wie vor weitere ehrenamtliche Helfer beziehungsweise solche, die schon ihre Mitarbeit zugesichert haben, aber noch keine Aufgabe hatten. Ein Gespräch, eine Anfrage könnte ja beim Begegnungstreffen erfolgen. Unterstützer sind jederzeit willkommen. Die ehrenamtlichen Helfer repräsentieren die Willkommenskultur der Stadt, ein guter Zuspruch  wie auch Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind für Marianne Fritz und ihre Mitstreiter vom Solidaritäts-Team „eine Anerkennung dieser Arbeit“.

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veröffentlicht in der Main-Post am 24.05.2016

Zum zweiten Mal hatte das Solidaritätsteam VG Mellrichstadt die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft und der dezentralen Wohnungen in der Umgebung, sowie die gesamte Bevölkerung in die Markthalle eingeladen.

Unter dem Motto „Annäherung statt Ausgrenzung“ gab es auch am Samstag beim jüngsten Begegnungstreffen zwischen den Mellrichstädtern und ausländischen Neubürgern wieder viele Gelegenheiten, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen, persönliche Kontakte zu knüpfen und das gegenseitige Toleranzgefühl zu stärken.

„So viele waren es beim ersten Treffen nicht“, freute sich Marianne Fritz vom Solidaritäts- und Organisationsteam. Sie schätzte, dass wohl nahezu doppelt so viele Besucher gekommen waren wie beim ersten Begegnungstag im April.

Inzwischen kennen manche sich gut, sodass einige Begrüßungen sehr herzlich ausfielen und viele Begegnungen sich noch offener und ohne Scheu gestalteten. Auch die Deutsch-Kenntnisse haben sich bei vielen Asylbewerbern inzwischen verbessert. Dies machte so manches Gespräch einfacher und Dolmetscher Mustapha Houneineh musste nicht ganz so oft zum Übersetzen einspringen. Einige Kontakte erwiesen sich zudem für beide Seiten als Gewinn.

Beispielsweise wird ein ausländischer Mitbürger nun von einer Mellrichstädterin in deutscher Sprache unterrichtet, während er, als gelernter Informatiker, ihr den Umgang mit dem PC beibringt.

Auch am reichhaltigen Kuchenbuffet waren dieses Mal syrische Frauen beteiligt, die verschiedenste Leckereien, gebacken nach traditionellen Rezepten aus ihrer Heimat, mitgebracht hatten.
Spaß am Spiel

Zum Erfolg des zweiten Begegnungstreffens trug aber auch das schöne Wetter bei. Bei strahlendem Sonnenschein spielte sich das Geschehen hauptsächlich vor der Markthalle im Freien ab. Für die Kleinen hatten die Verantwortlichen dort einen Spielbereich mit Mal- und Bauecke eingerichtet, der mit Begeisterung von den Kindern angenommen wurde. Jede Menge Spaß und Freude am gemeinsamen Spiel hatten aber auch die Erwachsenen an der Tischtennisplatte und am Kicker-Tisch. An letzterem gab es sogar ein heiteres Match zwischen dem Solidaritätsteam (Teamleiter Helmut Dietz und Marianne Fritz) und einigen GU-Bewohnern.

Höhepunkt des Treffens war jedoch, als einige syrische Neubürger einen arabischen Hochzeitstanz vorführten und die Besucher zum Mittanzen und Mitsingen aufforderten. Clownfrau Rosa Sonntag, alias Monika Haid, die zur Belustigung der Kleinen zur Markthalle gekommen war, ließ sich das nicht zweimal sagen und reihte sich gleich bei der Tanzgruppe mit ein.

Einen Stand mit Kinderkleidung, Schuhen und anderen Gebrauchsartikeln, sowie mit ein paar gesponserten Kinderfahrrädern, Fahrradhelme und Bobby-Cars, gab es ebenfalls wieder. Nachdem das Kleiderdepot in Mellrichstadt geschlossen ist, war auch hier die Nachfrage groß.

Nach diesem Erfolg ist das nächste Begegnungstreffen schon in Planung. Im August will das Solidaritätsteam ein Sommerfest an der Gemeinschaftsunterkunft in der Sondheimer Straße veranstalten.

Das Team hofft, dass auch dorthin wieder viele Besucher den Weg finden, dass das Fest erneut gemäß dem Motto „Annäherung statt Ausgrenzung“ dazu beiträgt Ängste abzubauen und die Solidarität festigt.