Arbeitskreis Asyl – 2. Sitzung 24.09.2015

„Die Frage der Integration ist unsere Sache“
Freiwillige Helfer aus allen VG-Gemeinden treffen sich in der Mittelschule Mellrichstadt
MELLRICHSTADT (sto)

„Die Integration von Kriegsflüchtlingen und Asylsuchenden bei uns ist allein unsere Sache, muss unser Anliegen sein.“ Für Bürgermeister Eberhard Streit ist dieser Satz mit Blick auf die Neubürger, die in den nächsten Wochen und Monaten kommen werden, der Leitgedanke schlechthin. „Bei uns“ ist nicht ausschließlich auf Mellrichstadt bezogen, es schließt auch – beispielhaft genannt – Stadtteile wie Frickenhausen oder VG-Gemeinden wie Stockheim und Oberstreu mit ein. Es gelte, sich um die Menschen, die hierher zugewiesen werden, zu kümmern und sie gut zu behandeln. „Das ist unsere ureigene Aufgabe“, stellte Streit heraus.
Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist hierzulande groß. Der Aufruf der Stadtoberen an Freiwillige, sich im Hinblick auf die Belegung der Sammelunterkunft in der ehemaligen Kreisberufsschule zur Betreuung der Neuankömmlinge zu engagieren, hatte bereits Ende 2014 ein breites Echo gefunden. Das hatte ein erstes gemeinsames Treffen gezeigt. Da die Umbaumaßnahmen der ehemaligen Kreisberufsschule noch in vollem Gange sind, schien die Ankunft von Flüchtlingen und Asylsuchenden nicht akut. Doch die Zeit hat die Stadt in dieser Frage überholt. Die ersten Neubürger sind Mitte September eingetroffen – drei Familien mit 15 Personen.
Die Situation wird eine andere sein, wenn mehr als 80 und bis zu 100 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft eintreffen. Der Umbau wird zum ersten Quartal 2016, möglicherweise schon Ende 2015 fertig gestellt sein. Da heißt es, vorbereitet zu sein. Helmut Dietz, der Leiter des Bürgeramts in der Verwaltungsgemeinschaft, hält die Fäden in der Hand, was die Organisation der Betreuung der Neuankömmlinge betrifft. Zu seiner Freude waren am Mittwochabend die Stuhlreihen in der Aula der Mittelschule gut besetzt, als er zur zweiten Sitzung des Arbeitskreises Asyl eingeladen hatte. Mit dabei in dieser Runde Susanne Latta von der Diakonie Schweinfurt und Jürgen Marschall vom Landratsamt Bad Neustadt. Sie standen als Ansprechpartner in allgemeinen wie auch speziellen Betreuungsfragen zur Verfügung.
Mit einem Blick auf die Ereignisse im Landkreis und im VG-Bereich leitete Helmut Dietz diese Arbeitssitzung ein. Um ganz aktuell darüber zu informieren, dass am Mittwoch dieser Woche fünf Neuankömmlinge – eine Mutter mit zwei Kindern aus Syrien sowie zwei Jugendliche – in Frickenhausen untergebracht wurden. An dieser Stelle dankte Bürgermeister Streit für das große Engagement um die Betreuung der Neubürger, namentlich unter großem Beifall Mustapha Honneineh für seine Bereitschaft, als Dolmetscher, Vermittler und Ratgeber in einer Person zur Verfügung zu stehen. Die Aufnahme von Flüchtlingen wird nach den Worten Streits „keine Sache von Tagen sein, das wird uns die nächsten Jahre begleiten“. Und da werde jeder freiwillige Helfer gebraucht, „damit dem einzelnen nicht der Atem ausgeht“ – bei der Vielzahl von Betreuungsaufgaben. Um diese Betreuungsfelder ging es dann ganz konkret im weiteren Verlauf der Arbeitssitzung.
Mit dem Stühlerücken an einen von zehn Gruppentischen, die für die unterschiedlichen Arbeitsgruppen ausgewiesen waren: darunter Arbeitsfelder wie Begrüßungs- und Besuchsteam, Behörden, Schulen, Kindergarten, Ärzte oder auch Freizeit, um einige zu nennen. Und wenn man zählte, dass an allen Tischen jeweils sechs und mehr Personen Platz genommen hatten, dann weiß man, wie groß die Helferschar inzwischen ist. Diese zehn Arbeitsgruppen sind an ein Kernteam, das als Solidaritätsteam bekannt ist, angedockt. Dort, so könnte man sagen, ist die schnelle Eingreiftruppe zusammen.
Die Organisation steht für alle Betreuungsthemen. Um deren Aktualität zu gewährleisten, will Helmut Dietz Zug um Zug eine „kleine Datenbank“ aufbauen. Sie könnte dann sowohl den Helfern wie auch den Kommunen gute Dienste leisten.
Sprache ist der Schlüssel, soll die Eingliederung gelingen. Und da kann die moderne Technik eine große Hilfe sein: Renate Brandstädter verwies auf den Einsatz von Apps für das Smartphone, die für deutsch-arabische Übersetzungen gut geeignet sind.
Schließlich noch zwei Informationen in Sachen Geld- oder Sachspenden: Geldspenden können unter „VG Mellrichstadt, Stichwort Asyl Mellrichstadt“ auf alle Konten der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt eingezahlt werden. Bei Sachspenden gilt der Grundsatz, dass sie an den bekannten Stellen im Landkreis abgegeben werden können. Für Sachspenden werden – ob in der Stadt oder auch VG-Gemeinden – geeignete Räumlichkeiten gesucht.

von Georg Stock