Archiv der Kategorie: Allgemein

Ökumenische Eröffnung der Wanderausstellung „Gott liebt die Fremden“

Abraham und Sara
Abraham und Sara – zeitlebens Migranten. Diese Tafel steht exemplarisch für 11 weitere in der oberen Etage des Bürgerhauses, von denen in der Bibel über Flucht und Fremdsein zu lesen ist. Foto: B. Gbureck

Artikel von Brigitte Gbureck

In insgesamt zwölf Ausstellungstafeln wird der Bogen von Flucht und Vertreibung in der Bibel zur aktuellen Situation mit Flüchtlingen in unserer Mitte geschlagen. Diese Tafeln sind in einer Ausstellung in der oberen Etage des Bürgerhauses zu sehen, die am Dienstagabend durch die Initiatoren eröffnet wurde. Zunächst begrüßte Pfarrer Andreas Werner im Namen der beiden hiesigen kirchlichen Gemeinden Bürgermeister Eberhard Streit und die Besucher und bedankte sich bei der Stadt und beim Verein “Aktives Mellrichstadt” für die Bereitstellung der Räume. Dass der Bürgermeister hier sei, zeige, dass nicht nur ein sehr gutes Miteinander zwischen Stadt und den Kirchengemeinden gepflegt werde, sondern dass man sich auch als Partner verstehe, um die Herausforderungen mit den jeweils eigenen Gaben anzunehmen und zu meistern. Die Aufnahme von Flüchtlingen in der Stadt und im Landkreis sei aber nur eine neben anderen gesellschaftlichen Herausforderungen. Diese Herausforderung gelte sowohl für uns, die wir die Heimat haben und in Sicherheit leben dürfen als auch für die Flüchtlinge, die eine dramatische Grenzsituation erleben.

Initiatoren
Die Initiatoren der Wanderausstellung „Gott liebt die Fremden“ mit Bürgermeister Eberhard Streit. Pfarrer Andreas Werner und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gerda Staude (ab rechts) eröffneten am Dienstagabend in ökumenischer Manier die Ausstellung. Mit im Bild Marianne Fritz vom Solidaritätsteam. Foto: B. Gbureck

Seit Herbst 2015 leben Familien hier und seit Anfang 2016 in der Gemeinschaftsunterkunft. Seit dieser Zeit ist auch ein Helferkreis, das Solidaritätsteam, aktiv. Auch die Stadt wird von Pfarrer Werner gewürdigt, die innerhalb der Verwaltung personelle Kräfte zur Koordinierung zur Verfügung stellt. Darin ist eine recht gut gelungene Integration begründet. Dass es in einer GU auch Konflikte gibt, sollte nicht entmutigen und nicht verwundern, kämen doch hier viele Ethnien zusammen. Und man hat es mit Menschen zu tun, die alles hinter sich lassen mussten und meist nicht aus demokratischen Gesellschaften kommen. „Geht hinaus in alle Welt“, mit dieser Aufforderung Jesu sei nicht gemeint, dass wir es anders machen sollen, wenn alle Welt vielleicht zu uns kommt. Die Bibel gibt reichhaltiges Zeugnis von Menschen auf der Flucht. Ob Abraham und Sara, die zeitlebens als Migranten umherziehen, Josef, der als Fremder in Ägypten lebt, Mose, der die Israeliten wieder aus Ägypten herausführt oder Rut, die Ur-Ur-Großmutter von König David, die als Moabiterin in Israel lebt. In der Bibel heißt es, dass Gott den Flüchtlingen in besonderer Weise nahe ist. Pfarrer Werner dankte Gerda Staude, die sich um diese Ausstellung bemüht hat, an ihrer Seite die unermüdliche Marianne Fritz. In 12 Tafeln werde an prominente Fremde in der Bibel erinnert, die Ausstellung stellt biblische Schutzgebote zusammen und bildet eine Brücke zu heute. Dass das Klima zwischen den beiden hiesigen Kirchen noch nie so positiv entspannt war wie momentan, sieht Pfarrer Werner auch in der gemeinsamen Arbeit und den Herausforderungen mit den Flüchtlingen begründet. Gern hätten sich auch die evangelische Kirchengemeinschaft und Bürgermeister Streit als Repräsentant der Stadt bereit erklärt, diese Ausstellung zu ermöglichen. Dank gelte auch allen, die zum Gelingen des Integrationsprozesses beitrügen, besonders Herrn Dietz von der Verwaltung und Herrn Schulz von der Diakonie. Aber auch denen, die den beiden Kirchengemeinden nahe stehen und sich neben anderen im Helferkreis einbringen. Auch deshalb sei es hier relativ verschont geblieben von Auseinandersetzungen. Mit ihnen kann man in Mellrichstadt stets „Pferde stehlen“. Mellrichstadt sei ein gelungenes Beispiel für Integration. Glauben habe genau damit zu tun, was in dieser Ausstellung zu sehen sei und wie wir unserem Nächsten begegnen. Gemeinsam betete Pfarrer Werner mit den Besuchern das Gebet, das Papst Franziskus bei der Begegnung mit Flüchtlingen am 16. April 2016 auf der griechischen Insel Lesbos gesprochen hat.

Gerda Staude bedankte sich bei Pfarrer Werner für seine Ansprache. Auf den Tafeln würden prominente biblische Fremde vorgestellt. Es geht weiter mit der Aussage der Bibel im neuen Testament zum Thema Fremde und zeigt zum Schluss den Umgang mit Fremden, wobei nicht der moralische Zeigefinger im Vordergrund stehen soll. Der Umgang mit Fremden soll uns ansprechen. Sie lud noch für den 20.02.2017 um 19.30 Uhr zu einem Vortrag mit Frau Prof. Dr. Lautenschläger aus Würzburg, Beauftragte für interreligiösen Dialog in der Diözese Würzburg, ein, die über das Thema „Fremd und Nah: Islam in Deutschland“ referieren wird.

Bürgermeister Streit gab den Dank an die Kirchen zurück. Als Kommune sei Mellrichstadt verantwortlich für die Unterbringung der Flüchtlinge. Da sei die funktionierende Beziehung zwischen den Kirchen und der Kommune hilfreich. Es seien immer dieselben Menschen, die sich kümmerten. Viele beschäftigten sich aktuell mit dem Thema Flucht und Asyl, in typisch deutscher Manier werde viel Wert darauf gelegt, dass die Prozesse in Ordnung gebracht werden. Die ganze Diskussion sei überschattet und geprägt von grausamen Anschlägen islamistischer Terroristen, die sich im Schlepptau von echten Flüchtlingen eingeschmuggelt haben. Die Gefahr sei sehr groß, dass Menschen mit berechtigter Angst um ihre Sicherheit und die ihrer Kinder und Enkel den oberflächlichen Schluss ziehen: „Keine Flüchtlinge, keine Terroristen“. Diese einfache Logik werde im Moment von politischen Brandstiftern gern aufgegriffen, um Stimmen für andere Ziele zu sammeln. Schlecht genug, wenn es sich um national orientierte Parteien und Gruppen handelt. Eine Katastrophe aber sei es, wenn ganze Länder auf diesen Kurs einschwenken und nicht mehr zu toppen, wenn es sich um den Präsidenten der USA handelt, dem Land, das wir immer als Grundpfeiler im Kampf um die Werte gesehen haben. Bei allem aber bleibt der Mensch außen vor, welches persönliche Schicksal sich hinter jedem Flüchtling verbirgt. Das vergessen oft auch die Christen, obwohl sie wissen, dass das Fundament unserer staatlichen Ordnung auf christlichen Werten ruht und dass unsere westliche Ordnung auf der Basis von damals auch aktuellen Erfahrungen eines Krieges entscheidend mitgeprägt wurde. Das müssten wir verteidigen. Das friedliche Miteinander und Nebeneinander sei Basis für Frieden und Gemeinschaft und sollte gelebte Realität sein. In der Geschichte gebe es zu allen Zeiten Beispiele, dass dort, wo unterschiedlichste Kulturen friedlich zusammengelebt haben, sich die erfolgreichsten und kreativsten Kulturen entwickelt haben. Im Solidaritätskreis fänden sich evangelische und katholische Christen, die sich ganz selbstverständlich um muslimische Mitbürger kümmern. Streit dankte allen, die dabei mit helfen und aus tiefster christlicher Überzeugung tätig sind. „Gott liebt die Fremden“ und wir sollten es ihm nachmachen, forderte er auf.

Miteinander reden, essen und Spaß haben

BegegnungsnachmittagFeb2017-1
Mittendrin statt nur dabei beim Begegnungsnachmittag: der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll (sitzend, Dritter von links). Foto: P. Federlein

fed / geo 13. Februar 2017

Gut gefüllt war die Markthalle am Sonntagnachmittag, als das Mellrichstädter Solidaritätsteam Neubürger, Asylbewerber und Einheimische zum Begegnungskaffee eingeladen hatte. Auch aus Saal, Wülfershausen und Ostheim waren Asylbewerber mit ihren Begleitern nach Mellrichstadt gekommen. „Menschen begegnen – ich bin dabei“, lautete das Motto.

Beim Begegnungsnachmittag gefragt waren Kleidung, Heimtextilien und Haushaltswaren, die zuvor als Spenden eingegangen waren. Positiv stellen die Helferinnen und Helfer des Solidaritätsteams fest, dass die Neubürger in der Stadt viel Unterstützung seitens der Bevölkerung erfahren. Schön zu wissen auch, dass sich die Kinder dieser Familien in der Schule und in den Kindergärten wohl und gut aufgehoben fühlen.

Bewegung verbindet

Im Obergeschoss der Markthalle hatten die Kinder bei verschiedenen Spielen die Gelegenheit, sich so richtig auszutoben. Die Lautstärke zeigte, dass alle viel Spaß hatten.

Beim Thema Integration gibt Sport eine nicht zu unterschätzende Hilfestellung: So sind Kinder bereits in verschiedenen Sportgruppen (Handball, Fußball, Leichtathletik) in Mellrichstadt aktiv, Erwachsene begeistern sich für Volleyball und Fußball. Am Sonntag tobten sich viele Jugendliche und Erwachsene beim Kicker und an der Tischtennisplatte aus.

Wegen ständigen hohen Andrangs hatten die Damen an der Getränke-Theke sowie am Kuchenbüfett alle Hände voll zu tun. Um sich für die Gastfreundschaft zu revanchieren, boten die Neubürger beim Begegnungsnachmittag auch Kuchen- und Gebäck-Spezialitäten aus ihren Heimatländern an. Und Besucher aus Mellrichstadt und aus dem ganzen Landkreis waren neugierig, diese Spezialitäten zu kosten.

Tipps für Behördengänge

Mittendrin im Kreis der Besucher war auch der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll; so manch hilfreiche Tipps im Umgang mit Behörden dürften die Leute von ihm erhalten haben. Die Verständigung funktionierte recht gut; nur wenige Asylbewerber sprechen kaum Deutsch. Bei Bedarf sprang Dolmetscher Mustafa Honneineh ein. Suckfüll warb in diesem Kreis eindringlich dafür, die Integrations- und Alphabetisierungskurse, die die Volkshochschule Rhön und Grabfeld anbietet, zu nutzen. Zumal das Erlernen der deutschen Sprache Voraussetzung für die Anerkennung als Asylbewerber beziehungsweise Flüchtling ist.

Wohnungen gesucht

BegegnungsnachmittagFeb2017-2
Kinder und Jugendliche fanden beim Begegnungsnachmittag viele Möglichkeiten, sich so richtig auszutoben. Foto: P. Federlein

Im Moment, so Marianne Fritz, dürfen die anerkannten Flüchtlinge zwar aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen, aber den Freistaat Bayern nicht verlassen. Nach wie vor besteht zudem das Problem des Wohnungsmangels – nicht nur in Mellrichstadt fehlt es an geeignetem Wohnraum für die Neubürger.

Wer hier mithelfen will: Das Solidaritätsteam sucht Verstärkung. Einmal in der Woche, am Mittwochnachmittag, wird in einem Raum der GU ein solches kreatives Arbeiten angeboten. Zum anderen werden für den Donnerstagnachmittag noch Aufsichtspersonen für den Computerraum im Treffpunkt gesucht. Infos unter Tel. (0 97 76) 97 98 sowie im Internet: www.asyl-mellrichstadt.de

Ein Jahr GU in Mellrichstadt: Begegnungstreffen am 12. Februar

 

MELLRICHSTADT (sto)   Kennenlernen, einander näher kommen, sich begegnen – das sind drei Schritte, die für das Zusammenleben von Einheimischen mit Flüchtlingen  und Asylbewerbern wichtig sind, und Integration stattfinden kann. Deshalb hat das Solidaritätsteam Mellrichstadt in der Vergangenheit sogenannte Begegnungstreffen ins Leben gerufen, die  in der Bevölkerung wie auch bei den Neubürgern auf große Resonanz gestoßen sind. Die Reihe dieser Begegnungstreffen wird auch in diesem Jahr  fortgesetzt:  Am Sonntag , 12. Februar, lautet für alle Stadtbewohner das Motto „Menschen begegnen – ich bin dabei“ . Treffpunkt ist von 14 bis 17 Uhr wieder die Markthalle.

Der Anlass für dieses Miteinander ist gut gewählt, denn seit einem Jahr besteht die Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Mellrichstadt. Die ersten Neubürger waren am 18. Januar 2016 in die ehemalige Kreisberufsschule eingezogen. Und die Ankündigung beziehungsweise Einladung zu diesem Begegnungstreffen verknüpft Marianne Fritz, Sprecherin des Solidaritätsteams, mit einer aktuellen Zusammenfassung, die zum einen die Situation der Neubürger beinhaltet und zum anderen die Aktivitäten der ehrenamtlichen Unterstützer beschreibt.

Einige Familien und auch Einzelpersonen aus dem Kreis der Neubürger haben Wohnungen in Mellrichstadt und Umgebung bezogen. Unter den Männern haben einige einen festen Arbeitsplatz, andere machen derzeit ein Praktikum. Im Moment, so Marianne Fitz, dürfen die anerkannten Flüchtlinge zwar aus der Gemeinschaftsunterkunft  ausziehen, aber den Freistaat Bayern nicht verlassen. Nach wie vor besteht das Problem des Wohnungsmangels – nicht nur in Mellrichstadt fehlt es an geeignetem Wohnraum.

Positiv stellen die Helferinnen und Helfer des Solidaritätsteams fest, dass die Neubürger viel Unterstützung seitens der Bevölkerung (zu nennen sind Kleider-Spenden , Haushaltswaren und Fahrräder ) erfahren. Und schön zu wissen ist auch, dass sich die Kinder dieser Familien in der Schule und in den Kindergärten wohl und gut aufgehoben fühlen. Besonders erwähnenswert ist dieses Beispiel des Zusammenlebens: Eine Flüchtlings-Familie durfte ein Stück Garten bei einer heimischen Familie mitbenutzen und eigenständig Salat, Gemüse und Kräuter anbauen und natürlich auch ernten.

Das Erlernen der deutschen Sprache ist, wie allgemein bekannt, Voraussetzung für die Anerkennung als Asylbewerber beziehungsweise Flüchtling, bietet die Volkshochschule Rhön und Grabfeld Integrationskurse und Alphabetisierungskurse an, die auch gut genutzt werden. Beim Thema Integration gibt Sport eine nicht zu unterschätzende Hilfestellung: So sind Kinder in verschiedenen Sportgruppen (Handball, Fußball, Leichtathletik) aktiv, Erwachsene begeistern sich für Volleyball ebenso wie für Fußball.

Nicht minder vielfältig ist nach wie vor die Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer für die Neubürger. Da sind Behördengänge mit dem Ausfüllen der Papiere angesagt, da sind medizinische Belange abzuklären, vor allem Impfungen der Kinder, wie auch die Begleitung zu Fachärzten. Ehrenamtliche halten vier Sprachkurse, andere übernehmen die Hausaufgabenbetreuung. Nicht zu vergessen die Aufsicht im Internet-Treff sowie die Angebote wie Handarbeitskurs oder Kreativkurse in der GU (malen, basteln und kreatives Gestalten mit Kindern).

Aus Fremden werden allmählich Freunde

Zeitungsartikel zum nächsten Begegnungstreffen am 23. Oktober

MELLRICHSTADT (sto)   Man kennt sich. Auf längere Sicht hin, sollte diese Aussage das Ziel sein. Und zwar was die gegenseitige Begegnung zwischen Einheimischen und Neubürgern betrifft. Erste Schritte in dieser Richtung waren bisher die monatlichen Begegnungstreffen mit den Asylbewerbern und Flüchtlingen, um sich näher kennenzulernen. Ein Lernprozess für beide Seiten, der am Sonntag, 23. Oktober, fortgesetzt wird: Das nächste Begegnungstreffen steht dann in der Markthalle von 14 bis 17 Uhr auf dem Programm.

Als kleines Herbstfest soll dieser Sonntag  nach dem Willen der Verantwortlichen des Solidaritäts-Teams gestaltet  werden. Neben Kaffee und Kuchen sowie Speisen aus den Herkunftsländern wird auch heimisches Obst das Angebot bereichern. Die Kommunikation untereinander sollen vor allem Spiele, ob dies nun Brett-, Tisch- oder Kartenspiele sind, anregen. Nun stehen ja die Wintermonate vor der Tür: Ein Basar mit Winterbekleidung und entsprechendem Schuhwerk wird daher nicht fehlen. Kleider- und Schuhspenden können ab 12.30 Uhr in der Markthalle abgegeben werden.

Aus der Sicht des Solidaritäts-Teams stellt sich die Situation der Neubürger mit Blick auf die Integrationsbemühungen von Seiten der ehrenamtlichen Helfer zusammengefasst so dar: Derzeit sind 89 Asylbewerber und Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) untergebracht. Viele Neubürger sind in Integrations- beziehungsweise Sprachkursen eingebunden, manche von ihnen machen nachmittags bereits ein Praktikum, um zu erfahren, ob sie in ihren Berufen auch in Deutschland arbeiten können. Die Neubürger sind hier gut aufgenommen, so trifft man zahlreiche Neubürger beim Einkaufen und Jüngere auf dem Weg zur Schule. Und die Resonanz, so zeigt die Erfahrung, im Hinblick auf das Auftreten der Neubürger ist in der Bevölkerung wie auch bei den Geschäftsleuten gleich positiv.

Es werden Wohnungen gesucht, ob nun Ein-, Zwei-, Drei- oder Vierzimmer-Wohnungen. Wer also Wohnraum anbieten kann, eventuell auch Ferienwohnung oder Einliegerwohnung, ist beim Begegnungstreffen am 23. Oktober willkommen, um sich im Detail zu informieren. Für Fragen stehen die Offiziellen des Solidaritäts-Teams zur Verfügung. Wer Mobilar für die Einrichtung der Wohnungen zur Verfügung stellen kann, wendet sich an die Offiziellen des Helferkreises, „es wird einiges gebraucht“, heißt es von dieser Seite.

Ansonsten stehen Fahrräder hoch im Kurs. Es muss nicht ein E-Bike sein, obwohl auch ein solches – älteres Modell – gespendet wurde. Gefragt sind Räder mit oder ohne Gangschaltung, Kinderräder und Inliner.

Gesucht werden nach wie vor weitere ehrenamtliche Helfer beziehungsweise solche, die schon ihre Mitarbeit zugesichert haben, aber noch keine Aufgabe hatten. Ein Gespräch, eine Anfrage könnte ja beim Begegnungstreffen erfolgen. Unterstützer sind jederzeit willkommen. Die ehrenamtlichen Helfer repräsentieren die Willkommenskultur der Stadt, ein guter Zuspruch  wie auch Anregungen und Verbesserungsvorschläge sind für Marianne Fritz und ihre Mitstreiter vom Solidaritäts-Team „eine Anerkennung dieser Arbeit“.

……………………………………………………….

veröffentlicht in der Main-Post am 24.05.2016

Zum zweiten Mal hatte das Solidaritätsteam VG Mellrichstadt die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft und der dezentralen Wohnungen in der Umgebung, sowie die gesamte Bevölkerung in die Markthalle eingeladen.

Unter dem Motto „Annäherung statt Ausgrenzung“ gab es auch am Samstag beim jüngsten Begegnungstreffen zwischen den Mellrichstädtern und ausländischen Neubürgern wieder viele Gelegenheiten, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen, persönliche Kontakte zu knüpfen und das gegenseitige Toleranzgefühl zu stärken.

„So viele waren es beim ersten Treffen nicht“, freute sich Marianne Fritz vom Solidaritäts- und Organisationsteam. Sie schätzte, dass wohl nahezu doppelt so viele Besucher gekommen waren wie beim ersten Begegnungstag im April.

Inzwischen kennen manche sich gut, sodass einige Begrüßungen sehr herzlich ausfielen und viele Begegnungen sich noch offener und ohne Scheu gestalteten. Auch die Deutsch-Kenntnisse haben sich bei vielen Asylbewerbern inzwischen verbessert. Dies machte so manches Gespräch einfacher und Dolmetscher Mustapha Houneineh musste nicht ganz so oft zum Übersetzen einspringen. Einige Kontakte erwiesen sich zudem für beide Seiten als Gewinn.

Beispielsweise wird ein ausländischer Mitbürger nun von einer Mellrichstädterin in deutscher Sprache unterrichtet, während er, als gelernter Informatiker, ihr den Umgang mit dem PC beibringt.

Auch am reichhaltigen Kuchenbuffet waren dieses Mal syrische Frauen beteiligt, die verschiedenste Leckereien, gebacken nach traditionellen Rezepten aus ihrer Heimat, mitgebracht hatten.
Spaß am Spiel

Zum Erfolg des zweiten Begegnungstreffens trug aber auch das schöne Wetter bei. Bei strahlendem Sonnenschein spielte sich das Geschehen hauptsächlich vor der Markthalle im Freien ab. Für die Kleinen hatten die Verantwortlichen dort einen Spielbereich mit Mal- und Bauecke eingerichtet, der mit Begeisterung von den Kindern angenommen wurde. Jede Menge Spaß und Freude am gemeinsamen Spiel hatten aber auch die Erwachsenen an der Tischtennisplatte und am Kicker-Tisch. An letzterem gab es sogar ein heiteres Match zwischen dem Solidaritätsteam (Teamleiter Helmut Dietz und Marianne Fritz) und einigen GU-Bewohnern.

Höhepunkt des Treffens war jedoch, als einige syrische Neubürger einen arabischen Hochzeitstanz vorführten und die Besucher zum Mittanzen und Mitsingen aufforderten. Clownfrau Rosa Sonntag, alias Monika Haid, die zur Belustigung der Kleinen zur Markthalle gekommen war, ließ sich das nicht zweimal sagen und reihte sich gleich bei der Tanzgruppe mit ein.

Einen Stand mit Kinderkleidung, Schuhen und anderen Gebrauchsartikeln, sowie mit ein paar gesponserten Kinderfahrrädern, Fahrradhelme und Bobby-Cars, gab es ebenfalls wieder. Nachdem das Kleiderdepot in Mellrichstadt geschlossen ist, war auch hier die Nachfrage groß.

Nach diesem Erfolg ist das nächste Begegnungstreffen schon in Planung. Im August will das Solidaritätsteam ein Sommerfest an der Gemeinschaftsunterkunft in der Sondheimer Straße veranstalten.

Das Team hofft, dass auch dorthin wieder viele Besucher den Weg finden, dass das Fest erneut gemäß dem Motto „Annäherung statt Ausgrenzung“ dazu beiträgt Ängste abzubauen und die Solidarität festigt.

Ein neues Fahrrad und neue Freunde

erschienen in der Main-Post am 10. April 2016

Mit den ausländischen Neubürgern ins Gespräch kommen, persönliche Kontakte knüpfen, dabei das gegenseitige Toleranzgefühl stärken und Brücken bauen zwischen den Kulturen – dazu gab es beim gutbesuchten Begegnungskaffee in der Mellrichstädter Markthalle genügend Gelegenheit.

Unter dem Motto „Annäherung statt Ausgrenzung“ hatte das Solidaritätsteam in Mellrichstadt am vergangenen Samstag Asylbewerber und Flüchtlinge aus der ganzen Umgebung sowie alle Einheimischen zu einem Treffen eingeladen. Die Organisatoren freuten sich: Viele kamen zum Begegnungstag und wollten Kontakte knüpfen, und die Idee, einen Fahrrad-Flohmarkt zu integrieren, erwies sich als Volltreffer.

Viele schöne Begegnungen bei Sonnenschein: Das schöne Wetter verlockte zum Plausch im Freien. Foto: Astrid Hagen-Wehrhahn

Auch das Wetter hätte besser nicht sein können. Die milden Temperaturen lockten zu den Hoch-Zeiten mehr als 100 Gäste zur Veranstaltung. Viele trugen Tische und Stühle aus der Halle nach draußen und ließen sich auf dem Vorplatz nieder, um leckeren Kuchen, Kaffee, vor allem aber die Gespräche in der Sonne sitzend zu genießen.

Viele Begegnungen zwischen Einheimischen und Neubürgern, die sich bereits kennen, fielen sehr herzlich aus. Andere Kontakte wurden neu geknüpft, und das trotz mancher Sprachbarriere. Nicht nur Neubürger, die in der Mellrichstädter Gemeinschaftsunterkunft, im Stadtgebiet und in den Stadtteilen untergebracht sind, waren der Einladung gefolgt, auch Asylbewerber und Flüchtlinge aus Oberstreu, Hendungen, Stockheim und Heustreu waren zur Markthalle gekommen, manche in Begleitung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Immerhin waren damit mehr als ein Dutzend Nationen vertreten, unter anderem Syrien, Afghanistan, Eritrea, Albanien und Kasachstan. So verlief manches Gespräch unter Mithilfe von Händen und Füßen. Und wenn das nicht funktionierte, kam Dolmetscher Mustapha Houneineh gern zu Hilfe und übersetzte.

Helmut Dietz vom Bürgeramt, in der Stadt zuständig für Flüchtlingsfragen, und Marianne Fritz vom Solidaritätsteam wurden mit großem Hallo und Umarmungen begrüßt. Auch zwischen Deutsch-Lehrerin Renate Brandstädter – sie unterrichtet in den Integrationskursen der Volkshochschule – und ihren Schülern gab es herzliche Begrüßungen. Einige der Neubürger standen den Ehrenamtlichen auch hinter den Theken helfend zur Seite. Keine Berührungsängste hatten auch die Kinder, für die das Solidaritätsteam eine Spielecke im Obergeschoss der Markthalle eingerichtet hatte. Und draußen trafen sich die Jüngsten zum Karten und zu Brettspielen.

Vom sonnigen Vorplatz aus konnte man auch gut dem Treiben auf dem Fahrrad-Flohmarkt zuschauen, ein Highlight des Begegnungsnachmittags. Einige Einheimische boten ihre Fahrräder, die bislang daheim ungenutzt im Keller oder der Garage standen, den Asylbewerbern zum Kauf an. Klar, dass diese verkehrstauglich sein mussten und preislich recht günstig angeboten werden sollten. Schon im Vorfeld hatten einige Bürger bei Stadträtin Karoline Karg, die den Flohmarkt leitete, Fahrräder abgegeben. Fachmännisch durchgecheckt und auf ihre Verkehrssicherheit hin überprüft, standen auch diese Zweiräder zum Verkauf.

Kaum hatte Karoline Karg den Flohmarkt eröffnet, standen auch schon Interessenten bereit. Zu den ersten Käufern zählte der 18-jährige Zubair Sultani aus Afghanistan, der ein Top-Fahrrad zu einem sehr günstigen Preis erwarb. Er freute sich riesig über den guten Deal, vor allem aber auch darüber, dass er mit dem Drahtesel in Zukunft sehr viel mobiler und flexibler ist. Auch seine drei Mitbewohner – sie leben in der Schillerstraße in Mellrichstadt in einer Wohngemeinschaft – wurden auf dem Flohmarkt fündig und sind nun stolze Besitzer eines eigenen Fahrrads.

Doch nicht nur Erwachsenenräder wurden angeboten, auch Kinderfahrräder, Bobby Cars, Tretroller, Laufräder, Inline-Skates und Kettcars standen vor allem bei den jüngeren Neubürgern hoch im Kurs. Karoline Karg hatte alle Hände voll zu tun, denn natürlich musste sie mit den Eltern hart verhandeln, bevor man sich schließlich über den Preis einig wurde und die Kleinen auf dem Tretroller oder Bobby Car ihre ersten Runden drehen durften.

Am Ende des gelungenen Begegnungstages hatten viele nicht nur neue Kontakte geknüpft und interessante Gespräche geführt, auch fast alle Fahrräder hatten ihren Besitzer gewechselt, und drinnen war das rund 25 Kuchen und Torten umfassende Buffet nahezu leer gefegt.

Der Verkaufserlös aus den Fahrrädern, die die Einheimischen unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben, fließt im Übrigen in einen Spendentopf, aus dem Veranstaltungen, wie etwa der Begegnungstag, finanziert werden.

Von  Astrid Hagen-Wehrhahn

Nützliche Links und Downloads

Auf dieser Seite gibt es nützliche Links rund ums Thema Asyl, Sprachenerwerb, Fahrpläne rund um Mellrichstadt und Neustadt/Saale und Hilfen für Asylsuchende, um sich in der fremden Umgebung zurechtzufinden. Außerdem werden hier auch einige hilfreiche Downloads zur Verfügung gestellt, die als Orientierung für die Asylsuchenden in unterschiedlichen Sprachen angeboten werden.

Das wichtigste zuerst: Die Sprechstunden der Asylsozialberatung der Diakonie finden donnerstags von 14 bis 16 Uhr in der Gemeinschaftsunterkunft in Mellrichstadt bei Lothar Schulz statt. Termine auch nach Vereinbarung möglich.

Einen guten Online-Deutschkurs für Migrantinnen und Migranten gibt es unter www.goethe.de/deutschkurse.

Einen Überblick über die Bedingungen für Arbeit, Praktikum und Ausbildung (nicht nur in der Gastronomie) für geflohene Personen gibt es hier.

Leitfaden für die Begleitung von Asylbewerbern (Der Link zum Word-Dokument befindet sich direkt unter der letzten Telefonnummer der Seite)

Besuchen Sie auch die nützliche-Links-Seite der Diakonie Schweinfurt! / For thorough information in English, please visit this link to the homepage of the Diakonie Schweinfurt!

Thema Sprachenerwerb:

  • Der Klett Verlag bietet neben einem Erste-Hilfe Wortschatz auch diverse Audio-Dateien und kostenlose Materialien für Flüchtlingskurse an.

            Download Erste-Hilfe-Wortschatz

            Audio-Dateien

            kostenlose Materialien für Flüchtlingskurse

  • Mit dem Portal „ich-will-deutsch-lernen“ stellt der Deutsche Volkshochschul-Verband ein Instrument zur Unterstützung der sprachlichen, gesellschaftlichen und beruflichen Integration von Zugewanderten zur Verfügung.  Das Angebot umfasst einen Deutschkurs auf den Niveaustufen A1 – B1, der das Rahmencurriculum
    für Integrationskurse mit digitalen Lernmaterialien umsetzt. Außerdem bietet das Portal einen Deutschkurs auf A1-Niveau mit umfangreichen Material zur Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch. Darüber hinaus kann die Arbeits- und Berufssprache Deutsch in 30 branchenübergreifenden Szenarien aus elf berufsbezogenen kommunikativen Handlungsfeldern erlernt und verbessert werden.

    Das Portal ist für selbstständig Lernende ebenso nutzbar wie als Material und Begleitmedium im Kontext von Integrations- oder anderen Deutschkursen.

  • kostenlose Lernmaterialien für ehrenamtliche Lehrkräfte

Nützliche Links für Asylsuchende:

  • Eine App, die das „Ankommen“ erleichtert
  • Eine Erstorientierung: Dieses Informationsblatt des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingshilfe hilft Asylsuchenden und auch ehrenamtlich Engagierten. Es bietet eine Erstorientierung und zeigt vom ersten Schritt die wichtigsten Stationen im Ablauf des Asylverfahrens auf, die ein Asylsuchender unbedingt durchlaufen muss.Es steht in 12 unterschiedlichen Sprachversionen zum Download zur Verfügung
  • Bildwörterbuch zum Thema Gesundheit: Zur besseren Verständigung zwischen Helfern, Asylsuchenden und dem Arzt. Das Bildwörterbuch der apotheken-umschau.de-Redaktion erklärt in vier Sprachen wichtige medizinische Begriffe anhand von Bildern und Piktogrammen auf 3 Seiten zum Download.
  • Infobroschüre zum Ehegattennachzug: Broschüre des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingshilfe für den Ehegattennachzug in 5 verschiedenen Sprachen.In diesem Faltblatt finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema “Nachweis einfacher Deutschkenntnisse beim Ehegattennachzug aus dem Ausland”.

Bus-Fahrpläne

Zug-Fahrpläne

  • Mellrichstadt – Schweinfurt und Schweinfurt – Mellrichstadt: Fahrplan
  • Mellrichstadt – Bad Neustadt und Bad Neustadt – Mellrichstadt: Fahrplan2

Downloads

  • Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland Diese Orientierungshilfe enthält nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland. Angeregt wurde diese Orientierungshilfe durch Fragen, die viele Geflüchtete immer wieder stellen. Die Hinweise in dieser Orientierungshilfe sollten weder als Gesetze noch als bindende Regeln wahrgenommen werden. Die Menschen in Deutschland werden sich nicht immer verhalten wie hier beschrieben. Trotzdem sind die hier beschriebenen Verhaltensweisen für die meisten Menschen in den meisten Situationen üblich.deutsch

english

francais

تحميل بي دي إف عربية  

kurdî

türkçe

پښتو پرته

دانلود فارسی پی دی اف

ጽዓን ፒዲኤፍ ብትግርኛ

скачать PDF русский

Preuzimanje (pdf) srpski

Преузимање (ПДФ) српски

Shkarko (pdf) shqiptar

Превземи (pdf) македонски

  • Willkommensbroschüre für unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge„Vertraut mir wenn ich euch sage: Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!” Das sagt Lilly aus Afghanistan, 18 Jahre alt und seit zwei Jahren in Deutschland. Gemeinsam mit sieben weiteren Jugendlichen wendet sie sich in einer Broschüre des Bundesfachverbands UMF an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen.Die Broschüre soll bundesweit die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verbessern und die Arbeit von Beratungsstellen unterstützen. Darin finden junge Flüchtlinge wichtige Informationen zu ihrer ersten Zeit in Deutschland.Mit welchen Behörden, Ämtern und Organisationen haben sie zu tun? Was passiert alles in der ersten Zeit? Wer kümmert sich um ihn? Und vor allem: Welche Rechte gibt es? Dies und vieles mehr erfahren junge Flüchtlinge in der Broschüre. Für die Umsetzung von Kinderrechten in Deutschland ist dies ein bedeutender Schritt!Zum Download der Broschüre in acht verschiedenen Sprachen.
  • Verkehrsregeln für FahrradfahrerDie wichtigsten Verkehrsregeln für Fahrradfahrer in Deutschland
    (bereitgestellt vom Bistum Trier) finden Sie hier in folgenden Sprachen:

             Deutsch

             Englisch

             Arabisch

            Albanisch

            Bosnisch

            Französisch

            Kroatisch

           Mazedonisch

           Paschto

           Persisch-Farsi

           Russisch

           Serbisch

           Tigrinya

  • Erste-Hilfe Flyer in acht Sprachen

          Englisch

          Arabisch

         Kurdisch

         Dari

         Französisch

        Somali

        Urdu

       Tigrinya

Für weitere Anregungen können Sie gerne auch auf die Webseiten anderer Helferkreise in Bayern schauen: Asylhelfer Bayern

Sammeldepot Asyl in Mellrichstadt 03.11.2015

Ergänzung und keine Konkurrenz MELLRICHSTADT (sto)

Es ist nicht immer leicht, den richtigen Weg zu finden. Fast am Ende der Industriestraße in Mellrichstadt – zwischen den Gebäuden mit den Nummern 15 und 17 – führt der Weg gleich dreimal nach links, erst dann ist man am Ziel: an der Eingangstür zum Sammeldepot von Sach- und Kleiderspenden für Flüchtlinge. Eingerichtet in einem leer stehenden Lagerraum im Innenhof des Gebäudes Nummer 15, grob geschätzt 50 Meter lang und 20 Meter breit. Und schon der erste Blick verrät, der Inhalt, also die vielfältigen Sach-und Kleiderspenden, kann sich sehen lassen. Noch dazu die Präsentation der Waren, auf einfachen Tischen und Bänken zwar – sie hat fast schon Kaufhauscharakter.
Erst wenige Wochen hat das Sammeldepot geöffnet, das Spektrum an Gebrauchsgegenständen und das Angebot an Kleidung lässt so gut wie keine Wünsche offen. Karoline Karg, Mitglied des Mellrichstädter Solidaritätsteams, hat die Verantwortung für das Depot übernommen. Und damit auch die Aufgabe, es einzurichten und die Waren zu präsentieren, die Sach- und Kleiderspenden anzunehmen und wieder auszugeben. Dazu reichen die Öffnungszeiten hinten und vorne nicht aus. Im Gegenteil, die Aufgabe ist aufwändig. Es komme keine Langeweile auf, sagt die Stadträtin, „und es macht dazu noch Spaß“.
Das Angebot an Kleidung ist natürlich am größten. Die Auswahl an Winterbekleidung ist in allen Größen vorrätig, für Männer und Frauen ebenso wie für Jugendliche und Kinder. Nun ist es nicht ganz leicht, den Geschmack der meist syrischen Neubürger zu treffen. Sie bevorzugen gedeckte bis dunkle Farben, so die Erfahrung von Karoline Karg. Und Konfektionsgrößen XXL sind eher unpassend, sprich viel zu groß.
Auch das ist eine Umgangsform, die es zu berücksichtigen gilt: Mit Feingefühl und Diskretion versucht die Depotverwalterin dem Schamgefühl muslimischer Frauen bei der Wahl von Kleidungsstücken gerecht zu werden, „man muss ihnen dabei vor allem die Privatsphäre lassen“. Neben drei weiteren Frauen, die im Depot-Team mithelfen und Waren auspacken, einsortieren und ordnen, kann Karoline Karg vor allem auf Tochter Claudia zählen. Gut, wenn man mit ihr jemand zur Seite hat, der Logistik studiert hat. So hat Claudia die Kleidungsstücke Geschlechter-getrennt ausgezeichnet, nach Größe und Art der Bekleidung sortiert und auf weißen Blättern kurz in englischer Sprache beschriftet. Beispiel: woman, dazu das Frauensymbol, jacket small oder jacket medium big. Weitere Sachbereiche sind Schuhe, Bettwäsche mit Feder- und Daunendecken, Hand- und Badetücher, Büchertaschen wie auch Matratzen, sowie allerlei Geschirr und Haushalts-Artikel. Auch zwei Fahrräder sind darunter, verkehrssicher allemal, und Spielzeuge jeglicher Art, die Kindern Freude machen. Wie im Falle einer Mutter mit Kind, dem es zunächst ein Rutschauto angetan hatte. Als es dann ein Musikinstrument entdeckt hatte, so konnte Karoline Karg beobachten, gab die Mutter ihrem Sprössling aber zu verstehen, dass er sich für eines entscheiden müsse. „Die Freude hat schließlich bei dem Kind überwogen, nicht die Gier nach mehr.“
„Es ist toll, was uns hier gebracht und angeboten wird“, versichern Mutter und Tochter Karg. Und betonen ergänzend dazu: „Hauptsache, die gebrauchten Sachen sind von einwandfreier Qualität.“ Wie an diesem Montagnachmittag, der gleich zu Beginn der Öffnungszeit einen regen Besucherverkehr verzeichnete. Mit wirklich angenehmen Begegnungen, dokumentiert am Beispiel einer Mutter, die samt Sohn ihre „Warenlieferung“ bei Karoline Karg ganz locker mit den Worten ankündigte: „Du wirst dich umgucken, was du alles kriegst.“ Und Mutter und Sohn fingen an auszupacken: „Alles frisch gewaschen und aus der Reinigung.“ Bekleidung in Größen, die den syrischen Neubürgern passen, noch dazu in dunklen Farben – Qualitätsware quasi wie von Karoline Karg bestellt. Auf deren Frage „Was könnt ihr noch brauchen? Was ist dringend?“ folgte prompt Kargs Hinweis auf Winterschuhe für Männer.
Wichtig ist festzuhalten: Das Sammeldepot in Mellrichstadt ist keine Konkurrenz zum Gebrauchtwaren-Kaufhaus und zur Rotkreuz-Kleiderkammer in Unsleben – vielmehr eine Ergänzung. Das Depot kommt einer Bitte aus der Bevölkerung nach, eine solche Einrichtung – zeitlich begrenzt und wohnortnah – für die Neubürger im VG-Bereich anzubieten. Dank der Mithilfe der Geschäftsführung der Firma Reich, die den Lagerraum zur Verfügung stellt, funktioniert bislang alles wie bestellt. Jederzeit willkommen sind Mithelferinnen für das Depot, sie melden sich unter Handy 0157/58392174 (Karoline Karg).
Geöffnet ist das Sammeldepot jeweils am Montag von 14 bis 16 Uhr und am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr

von Georg Stock

ASYL-Solidaritätsteam – Sitzung III 11.11.2015 MELLRICHSTADT (sto)

Das System bekommt Strukturen. Und kommt in Schwung. Mit diesem Fazit ging am Montagabend ein weiterer Besprechungstermin der Arbeitsgruppensprecher des Solidaritäts-Teams – Synonym für den Mellrichstädter Asyl-Helferkreis – zu Ende. Im Mittelpunkt: Das System der Hilfe, das für die kommenden Neubürger – vorwiegend Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Iran sowie Eritrea – zur Selbsthilfe führen soll. Nach zweieinhalb Stunden mit einer Fülle von Informationen für die freiwilligen Helfer des Kernteams brachte es Bürgermeister Eberhard Streit auf den Nenner: „Ich freue mich, dass wir schon so weit sind.“
Es geht also voran. Und das ist gut so, denn noch vor Weihnachten werden nach den Worten des Bürgermeisters wohl die ersten Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft, kurz GU, einquartiert werden. Wie viele in der ehemaligen Zweigstelle der Kreisberufsschule einmal einziehen, ob es 80 bis 100 oder mehr Flüchtlinge sind, könne niemand sagen, so der Bürgermeister. Mit Hochdruck jedenfalls werden dort die Umbauarbeiten vorangebracht. Also für Streit jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu hinterfragen, ob die Strukturen, die das Solidaritäts-Team im Laufe des Jahres geschaffen hat, stimmen beziehungsweise wo es etwas zu verbessern gibt.
Die Hilfe für die Neubürger vor Ort zu strukturieren, ist für Bürgermeister Streit das A und O. Deshalb hat er auch einen „hauptamtlichen Kümmerer“ installiert – in der Person von Helmut Dietz, Leiter des Bürgeramts, dem als Koordinator eine wichtige Aufgabe zukommt. „Unsere Hilfe muss nachhaltig sein“, schließlich sei die Aufnahme von Flüchtlingen keine Sache nur von Wochen oder Monaten. Streit: „Es gilt, eine Organisation aufzubauen, die lange trägt und den Einzelnen nicht überfordert.“ Und zieht im Hinblick auf das Engagement der ehrenamtlichen Helfer den Vergleich mit der freiwilligen Feuerwehr heran. In Flüchtlingsfragen ist sie eine Expertin, Monika Hofmann von der Diakonie in Schweinfurt.
Ehe sie aus ihrer reichen Erfahrung – im Landkreis Schweinfurt gibt es immerhin 15 aktive Helferkreise – referierte, galt ihre Anerkennung allen Freiwilligen: „Ohne Ehrenamtliche geht es nicht.“ Was die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort betreffe, „kann das keine Verwaltung, keine Organisation leisten“. Wichtig nannte sie aus ihrer Sicht, Netzwerke unter den Helferkreisen zu schaffen, so dass diese strukturell von den Erfahrungen untereinander profitieren können. Sei es zum Beispiel, dass ein Behördenbegleiter gebraucht und gesucht wird, eine Sprechstunde für Formularhilfe angeboten wird oder ein Dolmetscher als Sprachmittler zur Verfügung steht. Ihre Ratschläge und Tipps dazu wurden in Mellrichstadt gerne angenommen. Integration, und darauf zielt ja die Hilfe für die Neubürger ab, heißt nach den Worten von Monika Hofmann „Begleitung auf Zeit“.
Genau das haben auch die freiwilligen Helfer des Solidaritäts-Teams im Sinn, das sich nun innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt als Einheit versteht. Aus dem Stadtteil Frickenhausen wie aus den VG-Gemeinden Oberstreu und Stockheim gehören jeweils zwei freiwillige Mitglieder dem Helfer-Kernteam an. Auch in Hendungen, so war zu hören, werden über kurz oder lang Flüchtlinge einquartiert werden.
So nutzte nun Helmut Dietz seinerseits dieses Treffen, um den Stand der Dinge, sprich die entsprechenden Vorbereitungen in den jeweiligen Arbeitsgruppen, abzurufen. Dabei informierte er zunächst darüber, dass ein Treffpunkt-Cafe – in der Art als Kontakt-Cafe – eingerichtet wird: als Begegnungsstätte mit Internetanschluss im Treffpunkt in der Bauerngasse 63. Für den Kauf der PCs stehen der Stadt Sponsorengelder zur Verfügung, „das Geld ist somit gut angelegt“, so der Bürgermeister.
Der Helfergruppe Sprache kommt eine elementare Bedeutung zu. Schließlich ist die Sprache der Schlüssel zur Integration der Neubürger. Eine Aufgabe, der sich die Volkshochschule Rhön und Grabfeld als Bildungsträger im Besonderen annimmt. Wie Vhs-Leiter Klaus Schemmerling erläuterte, werden Vhs-Sprachkurse für Erwachsene – Kursdauer 320 Stunden – gefördert. Darüber hinaus warb er um ehrenamtliche Sprachbegleiter, die in einer Art Patenschaft die Sprachkenntnisse der Erwachsenen vertiefen. Mit dem ersten Sprachkurs für maximal 20 Personen will Schemmerling sobald als möglich beginnen. Für die Belegung und Einteilung der Kurse wird vor allem Dolmetscher Mustapha Honneineh ein wichtiges Bindeglied sein. Entsprechende Vhs-Sprachkurse sollen, so kündigte Schemmerling weiter an, in Absprache mit der Diakonie auch in Ostheim und Fladungen eingerichtet werden.
Ein Zeichen, sprich ein Dankeschön für die vielfältige Unterstützung seitens der Bevölkerung will Marianne Fritz, Sprecherin des Solidaritäts-Teams, mit einem Nachmittag der Begegnung setzen. Am Sonntag, 29. November, steht die Carl-Fritz-Stube in Mellrichstadt von 14 bis 17 Uhr für die Neubürger und die Einheimischen weit offen

von Georg Stock

Arbeitskreis Asyl – 2. Sitzung 24.09.2015

„Die Frage der Integration ist unsere Sache“
Freiwillige Helfer aus allen VG-Gemeinden treffen sich in der Mittelschule Mellrichstadt
MELLRICHSTADT (sto)

„Die Integration von Kriegsflüchtlingen und Asylsuchenden bei uns ist allein unsere Sache, muss unser Anliegen sein.“ Für Bürgermeister Eberhard Streit ist dieser Satz mit Blick auf die Neubürger, die in den nächsten Wochen und Monaten kommen werden, der Leitgedanke schlechthin. „Bei uns“ ist nicht ausschließlich auf Mellrichstadt bezogen, es schließt auch – beispielhaft genannt – Stadtteile wie Frickenhausen oder VG-Gemeinden wie Stockheim und Oberstreu mit ein. Es gelte, sich um die Menschen, die hierher zugewiesen werden, zu kümmern und sie gut zu behandeln. „Das ist unsere ureigene Aufgabe“, stellte Streit heraus.
Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist hierzulande groß. Der Aufruf der Stadtoberen an Freiwillige, sich im Hinblick auf die Belegung der Sammelunterkunft in der ehemaligen Kreisberufsschule zur Betreuung der Neuankömmlinge zu engagieren, hatte bereits Ende 2014 ein breites Echo gefunden. Das hatte ein erstes gemeinsames Treffen gezeigt. Da die Umbaumaßnahmen der ehemaligen Kreisberufsschule noch in vollem Gange sind, schien die Ankunft von Flüchtlingen und Asylsuchenden nicht akut. Doch die Zeit hat die Stadt in dieser Frage überholt. Die ersten Neubürger sind Mitte September eingetroffen – drei Familien mit 15 Personen.
Die Situation wird eine andere sein, wenn mehr als 80 und bis zu 100 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft eintreffen. Der Umbau wird zum ersten Quartal 2016, möglicherweise schon Ende 2015 fertig gestellt sein. Da heißt es, vorbereitet zu sein. Helmut Dietz, der Leiter des Bürgeramts in der Verwaltungsgemeinschaft, hält die Fäden in der Hand, was die Organisation der Betreuung der Neuankömmlinge betrifft. Zu seiner Freude waren am Mittwochabend die Stuhlreihen in der Aula der Mittelschule gut besetzt, als er zur zweiten Sitzung des Arbeitskreises Asyl eingeladen hatte. Mit dabei in dieser Runde Susanne Latta von der Diakonie Schweinfurt und Jürgen Marschall vom Landratsamt Bad Neustadt. Sie standen als Ansprechpartner in allgemeinen wie auch speziellen Betreuungsfragen zur Verfügung.
Mit einem Blick auf die Ereignisse im Landkreis und im VG-Bereich leitete Helmut Dietz diese Arbeitssitzung ein. Um ganz aktuell darüber zu informieren, dass am Mittwoch dieser Woche fünf Neuankömmlinge – eine Mutter mit zwei Kindern aus Syrien sowie zwei Jugendliche – in Frickenhausen untergebracht wurden. An dieser Stelle dankte Bürgermeister Streit für das große Engagement um die Betreuung der Neubürger, namentlich unter großem Beifall Mustapha Honneineh für seine Bereitschaft, als Dolmetscher, Vermittler und Ratgeber in einer Person zur Verfügung zu stehen. Die Aufnahme von Flüchtlingen wird nach den Worten Streits „keine Sache von Tagen sein, das wird uns die nächsten Jahre begleiten“. Und da werde jeder freiwillige Helfer gebraucht, „damit dem einzelnen nicht der Atem ausgeht“ – bei der Vielzahl von Betreuungsaufgaben. Um diese Betreuungsfelder ging es dann ganz konkret im weiteren Verlauf der Arbeitssitzung.
Mit dem Stühlerücken an einen von zehn Gruppentischen, die für die unterschiedlichen Arbeitsgruppen ausgewiesen waren: darunter Arbeitsfelder wie Begrüßungs- und Besuchsteam, Behörden, Schulen, Kindergarten, Ärzte oder auch Freizeit, um einige zu nennen. Und wenn man zählte, dass an allen Tischen jeweils sechs und mehr Personen Platz genommen hatten, dann weiß man, wie groß die Helferschar inzwischen ist. Diese zehn Arbeitsgruppen sind an ein Kernteam, das als Solidaritätsteam bekannt ist, angedockt. Dort, so könnte man sagen, ist die schnelle Eingreiftruppe zusammen.
Die Organisation steht für alle Betreuungsthemen. Um deren Aktualität zu gewährleisten, will Helmut Dietz Zug um Zug eine „kleine Datenbank“ aufbauen. Sie könnte dann sowohl den Helfern wie auch den Kommunen gute Dienste leisten.
Sprache ist der Schlüssel, soll die Eingliederung gelingen. Und da kann die moderne Technik eine große Hilfe sein: Renate Brandstädter verwies auf den Einsatz von Apps für das Smartphone, die für deutsch-arabische Übersetzungen gut geeignet sind.
Schließlich noch zwei Informationen in Sachen Geld- oder Sachspenden: Geldspenden können unter „VG Mellrichstadt, Stichwort Asyl Mellrichstadt“ auf alle Konten der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt eingezahlt werden. Bei Sachspenden gilt der Grundsatz, dass sie an den bekannten Stellen im Landkreis abgegeben werden können. Für Sachspenden werden – ob in der Stadt oder auch VG-Gemeinden – geeignete Räumlichkeiten gesucht.

von Georg Stock

Hilfe zur Selbsthilfe – mit Augenmaß 17.09.2015

Ziel des Solidaritätsteams: Den Flüchtlingen das Leben in Deutschland lernen
MELLRICHSTADT (sto)

Mag die Ankunft der drei Flüchtlings-Familien aus Syrien in Mellrichstadt, um es mit den Worten von Bürgermeister Eberhard Streit zu sagen, noch „recht abenteuerlich“ gewesen sein, „ins Nichts gefallen sind sie nicht“. Einen Tag früher als angekündigt, standen sie – wie bekannt – vor der Tür. Dank der schnellen Reaktion der zahlreichen Helfer aus dem Solidaritätsteam war der Einzug ins neue Domizil am Abend geschafft. An diesem Beispiel habe sich Organisation und Struktur dieser Truppe bestens bewährt, lobte das Stadtoberhaupt bei einer Nachbesprechung in der Carl-Fritz-Stube. In gleichem Maße freute er sich darüber, dass sich die 15 Neubürger – sechs Erwachsene und neun Kinder – bereits in den ersten Tagen sehr lernbegierig zeigen, um sich im Alltagsleben zurechtzufinden.
Die Welle der Hilfsbereitschaft in der Stadt ist groß, weiß der Bürgermeister. Angebote der Hilfe sind nicht nur bloße Lippenbekenntnisse. Doch dürfe die Hilfe nicht zum Bumerang werden, indem die Neuankömmlinge „durch unser Tun überfrachtet werden“. Eberhard Streit:
„Was sie brauchen, sollen sie bekommen.“ Das schließe aber auch ein, dass für manche Dinge des täglichen Lebens – seien es Gegenstände oder Waren – ein kleiner Obolus fällig wird. Einerseits ein Aspekt, der „den Neubürgern Würde und Selbstbewusstsein gibt, ihnen aber andererseits auch nicht das Bild vom Schlaraffenland vorgaukelt“. Für Bürgermeister Streit ein ganz wichtiger Punkt mit Blick auf den sozialen Frieden in der Stadt.
Was die kleinen Schritte der Integration betrifft, da sind sich der Bürgermeister und Marianne Fritz, Sprecherin des Solidaritätsteams, im Konsens mit den übrigen Mitstreitern einig. „Wir müssen den Flüchtlings-Familien Orientierung geben und ihnen das Leben in Deutschland lernen.“ Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ soll den Neubürgern so Schritt für Schritt der Weg in die Selbständigkeit gelingen. Ein unverzichtbarer Mitstreiter steht den Mellrichstädtern mit Mustapha Honneineh zur Seite. Der gebürtige Libanese ist nicht nur Dolmetscher und Sprachrohr für beide Seiten, er ist den Neubürgern ein wichtiger Vermittler bei den verschiedensten Behördengängen und nicht zuletzt dem Bürgermeister wie auch den Mitstreitern aus dem Helferkreis ein gefragter Ratgeber, was die Lebenskultur der Neuankömmlinge betrifft. Die drei Familien aus Syrien fühlen sich mit ihren Kindern in Mellrichstadt sehr wohl, weiß Mustapha aus seinen Gesprächen. Nicht zuletzt trägt auch das herzliche Verhältnis mit den Nachbarn in der Hainhöfer Straße zum schnellen Eingewöhnen in das Alltagsleben bei. A propos Alltagsleben. Das hat für sieben der neun Kinder der drei Flüchtlings-Familien mit der Einschulung in dieser Woche schon begonnen. Eine ins Gespräch gebrachte Übergangsklasse in der Grundschule Mellrichstadt, in der Flüchtlingskinder aus mehreren Orten hätten unterrichtet werden können, wird es nicht geben, berichtete Carola Altenhöner-Weigel vom Arbeitskreis Schule von der Entscheidung des Schulamts. Laut ihrer Auskunft werden drei Kinder die erste Klasse und drei Kinder die vierte Klasse besuchen. Ein Kind wechselt in die Mittelschule.
„Sie alle sind heiß darauf, in die Schule zu gehen“, machte Altenhöner-Weigel deutlich. Die schulische Seite ist nach den Worten der Pädagogin so weit geregelt, dass sie über die Fächer Musik, Malen und Werken sowie Sport in den Unterricht miteingebunden und integriert werden. Ab kommender Woche stehen im evangelischen Kindergarten in Mellrichstadt zwei freie Plätze für die beiden jüngsten Neubürger zur Verfügung, fügte Pfarrer Andreas Werner mit dem Hinweis auf das Betreuungsangebot hinzu.
Für Kinder, die die Schrecken der Kriegswirren hautnah miterlebt haben, sicherlich eine Geste, die ihnen unvergessen bleibt: die Schultüten-Aktion des Aktiven Mellrichstadt am vergangene Mittwoch. Zur hellen Freude der Kinder wurden in den Fachgeschäften die Schultüten neben allerlei Süßigkeiten auch mit Schreib- und Malstiften, mit Brotdosen oder Trinkflaschen gefüllt. Und so hörte man sie Worte wie Bitteschön und Dankeschön, oder auch Hallo und Guten Tag immer wieder voller Stolz wiederholen.

von Georg Stock