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Nützliche Links und Downloads

Auf dieser Seite gibt es nützliche Links rund ums Thema Asyl, Sprachenerwerb, Fahrpläne rund um Mellrichstadt und Neustadt/Saale und Hilfen für Asylsuchende, um sich in der fremden Umgebung zurechtzufinden. Außerdem werden hier auch einige hilfreiche Downloads zur Verfügung gestellt, die als Orientierung für die Asylsuchenden in unterschiedlichen Sprachen angeboten werden.

Das wichtigste zuerst: Die Sprechstunden der Asylsozialberatung der Diakonie finden donnerstags von 14 bis 16 Uhr in der Gemeinschaftsunterkunft in Mellrichstadt bei Lothar Schulz statt. Termine auch nach Vereinbarung möglich.

Einen guten Online-Deutschkurs für Migrantinnen und Migranten gibt es unter www.goethe.de/deutschkurse.

Einen Überblick über die Bedingungen für Arbeit, Praktikum und Ausbildung (nicht nur in der Gastronomie) für geflohene Personen gibt es hier.

Leitfaden für die Begleitung von Asylbewerbern (Der Link zum Word-Dokument befindet sich direkt unter der letzten Telefonnummer der Seite)

Besuchen Sie auch die nützliche-Links-Seite der Diakonie Schweinfurt! / For thorough information in English, please visit this link to the homepage of the Diakonie Schweinfurt!

Thema Sprachenerwerb:

  • Der Klett Verlag bietet neben einem Erste-Hilfe Wortschatz auch diverse Audio-Dateien und kostenlose Materialien für Flüchtlingskurse an.

            Download Erste-Hilfe-Wortschatz

            Audio-Dateien

            kostenlose Materialien für Flüchtlingskurse

  • Mit dem Portal „ich-will-deutsch-lernen“ stellt der Deutsche Volkshochschul-Verband ein Instrument zur Unterstützung der sprachlichen, gesellschaftlichen und beruflichen Integration von Zugewanderten zur Verfügung.  Das Angebot umfasst einen Deutschkurs auf den Niveaustufen A1 – B1, der das Rahmencurriculum
    für Integrationskurse mit digitalen Lernmaterialien umsetzt. Außerdem bietet das Portal einen Deutschkurs auf A1-Niveau mit umfangreichen Material zur Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch. Darüber hinaus kann die Arbeits- und Berufssprache Deutsch in 30 branchenübergreifenden Szenarien aus elf berufsbezogenen kommunikativen Handlungsfeldern erlernt und verbessert werden.

    Das Portal ist für selbstständig Lernende ebenso nutzbar wie als Material und Begleitmedium im Kontext von Integrations- oder anderen Deutschkursen.

  • kostenlose Lernmaterialien für ehrenamtliche Lehrkräfte

Nützliche Links für Asylsuchende:

  • Eine App, die das „Ankommen“ erleichtert
  • Eine Erstorientierung: Dieses Informationsblatt des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingshilfe hilft Asylsuchenden und auch ehrenamtlich Engagierten. Es bietet eine Erstorientierung und zeigt vom ersten Schritt die wichtigsten Stationen im Ablauf des Asylverfahrens auf, die ein Asylsuchender unbedingt durchlaufen muss.Es steht in 12 unterschiedlichen Sprachversionen zum Download zur Verfügung
  • Bildwörterbuch zum Thema Gesundheit: Zur besseren Verständigung zwischen Helfern, Asylsuchenden und dem Arzt. Das Bildwörterbuch der apotheken-umschau.de-Redaktion erklärt in vier Sprachen wichtige medizinische Begriffe anhand von Bildern und Piktogrammen auf 3 Seiten zum Download.
  • Infobroschüre zum Ehegattennachzug: Broschüre des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingshilfe für den Ehegattennachzug in 5 verschiedenen Sprachen.In diesem Faltblatt finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema “Nachweis einfacher Deutschkenntnisse beim Ehegattennachzug aus dem Ausland”.

Bus-Fahrpläne

Zug-Fahrpläne

  • Mellrichstadt – Schweinfurt und Schweinfurt – Mellrichstadt: Fahrplan
  • Mellrichstadt – Bad Neustadt und Bad Neustadt – Mellrichstadt: Fahrplan2

Downloads

  • Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland Diese Orientierungshilfe enthält nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland. Angeregt wurde diese Orientierungshilfe durch Fragen, die viele Geflüchtete immer wieder stellen. Die Hinweise in dieser Orientierungshilfe sollten weder als Gesetze noch als bindende Regeln wahrgenommen werden. Die Menschen in Deutschland werden sich nicht immer verhalten wie hier beschrieben. Trotzdem sind die hier beschriebenen Verhaltensweisen für die meisten Menschen in den meisten Situationen üblich.deutsch

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  • Willkommensbroschüre für unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge„Vertraut mir wenn ich euch sage: Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!” Das sagt Lilly aus Afghanistan, 18 Jahre alt und seit zwei Jahren in Deutschland. Gemeinsam mit sieben weiteren Jugendlichen wendet sie sich in einer Broschüre des Bundesfachverbands UMF an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen.Die Broschüre soll bundesweit die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verbessern und die Arbeit von Beratungsstellen unterstützen. Darin finden junge Flüchtlinge wichtige Informationen zu ihrer ersten Zeit in Deutschland.Mit welchen Behörden, Ämtern und Organisationen haben sie zu tun? Was passiert alles in der ersten Zeit? Wer kümmert sich um ihn? Und vor allem: Welche Rechte gibt es? Dies und vieles mehr erfahren junge Flüchtlinge in der Broschüre. Für die Umsetzung von Kinderrechten in Deutschland ist dies ein bedeutender Schritt!Zum Download der Broschüre in acht verschiedenen Sprachen.
  • Verkehrsregeln für FahrradfahrerDie wichtigsten Verkehrsregeln für Fahrradfahrer in Deutschland
    (bereitgestellt vom Bistum Trier) finden Sie hier in folgenden Sprachen:

             Deutsch

             Englisch

             Arabisch

            Albanisch

            Bosnisch

            Französisch

            Kroatisch

           Mazedonisch

           Paschto

           Persisch-Farsi

           Russisch

           Serbisch

           Tigrinya

  • Erste-Hilfe Flyer in acht Sprachen

          Englisch

          Arabisch

         Kurdisch

         Dari

         Französisch

        Somali

        Urdu

       Tigrinya

Für weitere Anregungen können Sie gerne auch auf die Webseiten anderer Helferkreise in Bayern schauen: Asylhelfer Bayern

Sammeldepot Asyl in Mellrichstadt 03.11.2015

Ergänzung und keine Konkurrenz MELLRICHSTADT (sto)

Es ist nicht immer leicht, den richtigen Weg zu finden. Fast am Ende der Industriestraße in Mellrichstadt – zwischen den Gebäuden mit den Nummern 15 und 17 – führt der Weg gleich dreimal nach links, erst dann ist man am Ziel: an der Eingangstür zum Sammeldepot von Sach- und Kleiderspenden für Flüchtlinge. Eingerichtet in einem leer stehenden Lagerraum im Innenhof des Gebäudes Nummer 15, grob geschätzt 50 Meter lang und 20 Meter breit. Und schon der erste Blick verrät, der Inhalt, also die vielfältigen Sach-und Kleiderspenden, kann sich sehen lassen. Noch dazu die Präsentation der Waren, auf einfachen Tischen und Bänken zwar – sie hat fast schon Kaufhauscharakter.
Erst wenige Wochen hat das Sammeldepot geöffnet, das Spektrum an Gebrauchsgegenständen und das Angebot an Kleidung lässt so gut wie keine Wünsche offen. Karoline Karg, Mitglied des Mellrichstädter Solidaritätsteams, hat die Verantwortung für das Depot übernommen. Und damit auch die Aufgabe, es einzurichten und die Waren zu präsentieren, die Sach- und Kleiderspenden anzunehmen und wieder auszugeben. Dazu reichen die Öffnungszeiten hinten und vorne nicht aus. Im Gegenteil, die Aufgabe ist aufwändig. Es komme keine Langeweile auf, sagt die Stadträtin, „und es macht dazu noch Spaß“.
Das Angebot an Kleidung ist natürlich am größten. Die Auswahl an Winterbekleidung ist in allen Größen vorrätig, für Männer und Frauen ebenso wie für Jugendliche und Kinder. Nun ist es nicht ganz leicht, den Geschmack der meist syrischen Neubürger zu treffen. Sie bevorzugen gedeckte bis dunkle Farben, so die Erfahrung von Karoline Karg. Und Konfektionsgrößen XXL sind eher unpassend, sprich viel zu groß.
Auch das ist eine Umgangsform, die es zu berücksichtigen gilt: Mit Feingefühl und Diskretion versucht die Depotverwalterin dem Schamgefühl muslimischer Frauen bei der Wahl von Kleidungsstücken gerecht zu werden, „man muss ihnen dabei vor allem die Privatsphäre lassen“. Neben drei weiteren Frauen, die im Depot-Team mithelfen und Waren auspacken, einsortieren und ordnen, kann Karoline Karg vor allem auf Tochter Claudia zählen. Gut, wenn man mit ihr jemand zur Seite hat, der Logistik studiert hat. So hat Claudia die Kleidungsstücke Geschlechter-getrennt ausgezeichnet, nach Größe und Art der Bekleidung sortiert und auf weißen Blättern kurz in englischer Sprache beschriftet. Beispiel: woman, dazu das Frauensymbol, jacket small oder jacket medium big. Weitere Sachbereiche sind Schuhe, Bettwäsche mit Feder- und Daunendecken, Hand- und Badetücher, Büchertaschen wie auch Matratzen, sowie allerlei Geschirr und Haushalts-Artikel. Auch zwei Fahrräder sind darunter, verkehrssicher allemal, und Spielzeuge jeglicher Art, die Kindern Freude machen. Wie im Falle einer Mutter mit Kind, dem es zunächst ein Rutschauto angetan hatte. Als es dann ein Musikinstrument entdeckt hatte, so konnte Karoline Karg beobachten, gab die Mutter ihrem Sprössling aber zu verstehen, dass er sich für eines entscheiden müsse. „Die Freude hat schließlich bei dem Kind überwogen, nicht die Gier nach mehr.“
„Es ist toll, was uns hier gebracht und angeboten wird“, versichern Mutter und Tochter Karg. Und betonen ergänzend dazu: „Hauptsache, die gebrauchten Sachen sind von einwandfreier Qualität.“ Wie an diesem Montagnachmittag, der gleich zu Beginn der Öffnungszeit einen regen Besucherverkehr verzeichnete. Mit wirklich angenehmen Begegnungen, dokumentiert am Beispiel einer Mutter, die samt Sohn ihre „Warenlieferung“ bei Karoline Karg ganz locker mit den Worten ankündigte: „Du wirst dich umgucken, was du alles kriegst.“ Und Mutter und Sohn fingen an auszupacken: „Alles frisch gewaschen und aus der Reinigung.“ Bekleidung in Größen, die den syrischen Neubürgern passen, noch dazu in dunklen Farben – Qualitätsware quasi wie von Karoline Karg bestellt. Auf deren Frage „Was könnt ihr noch brauchen? Was ist dringend?“ folgte prompt Kargs Hinweis auf Winterschuhe für Männer.
Wichtig ist festzuhalten: Das Sammeldepot in Mellrichstadt ist keine Konkurrenz zum Gebrauchtwaren-Kaufhaus und zur Rotkreuz-Kleiderkammer in Unsleben – vielmehr eine Ergänzung. Das Depot kommt einer Bitte aus der Bevölkerung nach, eine solche Einrichtung – zeitlich begrenzt und wohnortnah – für die Neubürger im VG-Bereich anzubieten. Dank der Mithilfe der Geschäftsführung der Firma Reich, die den Lagerraum zur Verfügung stellt, funktioniert bislang alles wie bestellt. Jederzeit willkommen sind Mithelferinnen für das Depot, sie melden sich unter Handy 0157/58392174 (Karoline Karg).
Geöffnet ist das Sammeldepot jeweils am Montag von 14 bis 16 Uhr und am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr

von Georg Stock

ASYL-Solidaritätsteam – Sitzung III 11.11.2015 MELLRICHSTADT (sto)

Das System bekommt Strukturen. Und kommt in Schwung. Mit diesem Fazit ging am Montagabend ein weiterer Besprechungstermin der Arbeitsgruppensprecher des Solidaritäts-Teams – Synonym für den Mellrichstädter Asyl-Helferkreis – zu Ende. Im Mittelpunkt: Das System der Hilfe, das für die kommenden Neubürger – vorwiegend Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Iran sowie Eritrea – zur Selbsthilfe führen soll. Nach zweieinhalb Stunden mit einer Fülle von Informationen für die freiwilligen Helfer des Kernteams brachte es Bürgermeister Eberhard Streit auf den Nenner: „Ich freue mich, dass wir schon so weit sind.“
Es geht also voran. Und das ist gut so, denn noch vor Weihnachten werden nach den Worten des Bürgermeisters wohl die ersten Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft, kurz GU, einquartiert werden. Wie viele in der ehemaligen Zweigstelle der Kreisberufsschule einmal einziehen, ob es 80 bis 100 oder mehr Flüchtlinge sind, könne niemand sagen, so der Bürgermeister. Mit Hochdruck jedenfalls werden dort die Umbauarbeiten vorangebracht. Also für Streit jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu hinterfragen, ob die Strukturen, die das Solidaritäts-Team im Laufe des Jahres geschaffen hat, stimmen beziehungsweise wo es etwas zu verbessern gibt.
Die Hilfe für die Neubürger vor Ort zu strukturieren, ist für Bürgermeister Streit das A und O. Deshalb hat er auch einen „hauptamtlichen Kümmerer“ installiert – in der Person von Helmut Dietz, Leiter des Bürgeramts, dem als Koordinator eine wichtige Aufgabe zukommt. „Unsere Hilfe muss nachhaltig sein“, schließlich sei die Aufnahme von Flüchtlingen keine Sache nur von Wochen oder Monaten. Streit: „Es gilt, eine Organisation aufzubauen, die lange trägt und den Einzelnen nicht überfordert.“ Und zieht im Hinblick auf das Engagement der ehrenamtlichen Helfer den Vergleich mit der freiwilligen Feuerwehr heran. In Flüchtlingsfragen ist sie eine Expertin, Monika Hofmann von der Diakonie in Schweinfurt.
Ehe sie aus ihrer reichen Erfahrung – im Landkreis Schweinfurt gibt es immerhin 15 aktive Helferkreise – referierte, galt ihre Anerkennung allen Freiwilligen: „Ohne Ehrenamtliche geht es nicht.“ Was die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort betreffe, „kann das keine Verwaltung, keine Organisation leisten“. Wichtig nannte sie aus ihrer Sicht, Netzwerke unter den Helferkreisen zu schaffen, so dass diese strukturell von den Erfahrungen untereinander profitieren können. Sei es zum Beispiel, dass ein Behördenbegleiter gebraucht und gesucht wird, eine Sprechstunde für Formularhilfe angeboten wird oder ein Dolmetscher als Sprachmittler zur Verfügung steht. Ihre Ratschläge und Tipps dazu wurden in Mellrichstadt gerne angenommen. Integration, und darauf zielt ja die Hilfe für die Neubürger ab, heißt nach den Worten von Monika Hofmann „Begleitung auf Zeit“.
Genau das haben auch die freiwilligen Helfer des Solidaritäts-Teams im Sinn, das sich nun innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt als Einheit versteht. Aus dem Stadtteil Frickenhausen wie aus den VG-Gemeinden Oberstreu und Stockheim gehören jeweils zwei freiwillige Mitglieder dem Helfer-Kernteam an. Auch in Hendungen, so war zu hören, werden über kurz oder lang Flüchtlinge einquartiert werden.
So nutzte nun Helmut Dietz seinerseits dieses Treffen, um den Stand der Dinge, sprich die entsprechenden Vorbereitungen in den jeweiligen Arbeitsgruppen, abzurufen. Dabei informierte er zunächst darüber, dass ein Treffpunkt-Cafe – in der Art als Kontakt-Cafe – eingerichtet wird: als Begegnungsstätte mit Internetanschluss im Treffpunkt in der Bauerngasse 63. Für den Kauf der PCs stehen der Stadt Sponsorengelder zur Verfügung, „das Geld ist somit gut angelegt“, so der Bürgermeister.
Der Helfergruppe Sprache kommt eine elementare Bedeutung zu. Schließlich ist die Sprache der Schlüssel zur Integration der Neubürger. Eine Aufgabe, der sich die Volkshochschule Rhön und Grabfeld als Bildungsträger im Besonderen annimmt. Wie Vhs-Leiter Klaus Schemmerling erläuterte, werden Vhs-Sprachkurse für Erwachsene – Kursdauer 320 Stunden – gefördert. Darüber hinaus warb er um ehrenamtliche Sprachbegleiter, die in einer Art Patenschaft die Sprachkenntnisse der Erwachsenen vertiefen. Mit dem ersten Sprachkurs für maximal 20 Personen will Schemmerling sobald als möglich beginnen. Für die Belegung und Einteilung der Kurse wird vor allem Dolmetscher Mustapha Honneineh ein wichtiges Bindeglied sein. Entsprechende Vhs-Sprachkurse sollen, so kündigte Schemmerling weiter an, in Absprache mit der Diakonie auch in Ostheim und Fladungen eingerichtet werden.
Ein Zeichen, sprich ein Dankeschön für die vielfältige Unterstützung seitens der Bevölkerung will Marianne Fritz, Sprecherin des Solidaritäts-Teams, mit einem Nachmittag der Begegnung setzen. Am Sonntag, 29. November, steht die Carl-Fritz-Stube in Mellrichstadt von 14 bis 17 Uhr für die Neubürger und die Einheimischen weit offen

von Georg Stock

Arbeitskreis Asyl – 2. Sitzung 24.09.2015

„Die Frage der Integration ist unsere Sache“
Freiwillige Helfer aus allen VG-Gemeinden treffen sich in der Mittelschule Mellrichstadt
MELLRICHSTADT (sto)

„Die Integration von Kriegsflüchtlingen und Asylsuchenden bei uns ist allein unsere Sache, muss unser Anliegen sein.“ Für Bürgermeister Eberhard Streit ist dieser Satz mit Blick auf die Neubürger, die in den nächsten Wochen und Monaten kommen werden, der Leitgedanke schlechthin. „Bei uns“ ist nicht ausschließlich auf Mellrichstadt bezogen, es schließt auch – beispielhaft genannt – Stadtteile wie Frickenhausen oder VG-Gemeinden wie Stockheim und Oberstreu mit ein. Es gelte, sich um die Menschen, die hierher zugewiesen werden, zu kümmern und sie gut zu behandeln. „Das ist unsere ureigene Aufgabe“, stellte Streit heraus.
Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist hierzulande groß. Der Aufruf der Stadtoberen an Freiwillige, sich im Hinblick auf die Belegung der Sammelunterkunft in der ehemaligen Kreisberufsschule zur Betreuung der Neuankömmlinge zu engagieren, hatte bereits Ende 2014 ein breites Echo gefunden. Das hatte ein erstes gemeinsames Treffen gezeigt. Da die Umbaumaßnahmen der ehemaligen Kreisberufsschule noch in vollem Gange sind, schien die Ankunft von Flüchtlingen und Asylsuchenden nicht akut. Doch die Zeit hat die Stadt in dieser Frage überholt. Die ersten Neubürger sind Mitte September eingetroffen – drei Familien mit 15 Personen.
Die Situation wird eine andere sein, wenn mehr als 80 und bis zu 100 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft eintreffen. Der Umbau wird zum ersten Quartal 2016, möglicherweise schon Ende 2015 fertig gestellt sein. Da heißt es, vorbereitet zu sein. Helmut Dietz, der Leiter des Bürgeramts in der Verwaltungsgemeinschaft, hält die Fäden in der Hand, was die Organisation der Betreuung der Neuankömmlinge betrifft. Zu seiner Freude waren am Mittwochabend die Stuhlreihen in der Aula der Mittelschule gut besetzt, als er zur zweiten Sitzung des Arbeitskreises Asyl eingeladen hatte. Mit dabei in dieser Runde Susanne Latta von der Diakonie Schweinfurt und Jürgen Marschall vom Landratsamt Bad Neustadt. Sie standen als Ansprechpartner in allgemeinen wie auch speziellen Betreuungsfragen zur Verfügung.
Mit einem Blick auf die Ereignisse im Landkreis und im VG-Bereich leitete Helmut Dietz diese Arbeitssitzung ein. Um ganz aktuell darüber zu informieren, dass am Mittwoch dieser Woche fünf Neuankömmlinge – eine Mutter mit zwei Kindern aus Syrien sowie zwei Jugendliche – in Frickenhausen untergebracht wurden. An dieser Stelle dankte Bürgermeister Streit für das große Engagement um die Betreuung der Neubürger, namentlich unter großem Beifall Mustapha Honneineh für seine Bereitschaft, als Dolmetscher, Vermittler und Ratgeber in einer Person zur Verfügung zu stehen. Die Aufnahme von Flüchtlingen wird nach den Worten Streits „keine Sache von Tagen sein, das wird uns die nächsten Jahre begleiten“. Und da werde jeder freiwillige Helfer gebraucht, „damit dem einzelnen nicht der Atem ausgeht“ – bei der Vielzahl von Betreuungsaufgaben. Um diese Betreuungsfelder ging es dann ganz konkret im weiteren Verlauf der Arbeitssitzung.
Mit dem Stühlerücken an einen von zehn Gruppentischen, die für die unterschiedlichen Arbeitsgruppen ausgewiesen waren: darunter Arbeitsfelder wie Begrüßungs- und Besuchsteam, Behörden, Schulen, Kindergarten, Ärzte oder auch Freizeit, um einige zu nennen. Und wenn man zählte, dass an allen Tischen jeweils sechs und mehr Personen Platz genommen hatten, dann weiß man, wie groß die Helferschar inzwischen ist. Diese zehn Arbeitsgruppen sind an ein Kernteam, das als Solidaritätsteam bekannt ist, angedockt. Dort, so könnte man sagen, ist die schnelle Eingreiftruppe zusammen.
Die Organisation steht für alle Betreuungsthemen. Um deren Aktualität zu gewährleisten, will Helmut Dietz Zug um Zug eine „kleine Datenbank“ aufbauen. Sie könnte dann sowohl den Helfern wie auch den Kommunen gute Dienste leisten.
Sprache ist der Schlüssel, soll die Eingliederung gelingen. Und da kann die moderne Technik eine große Hilfe sein: Renate Brandstädter verwies auf den Einsatz von Apps für das Smartphone, die für deutsch-arabische Übersetzungen gut geeignet sind.
Schließlich noch zwei Informationen in Sachen Geld- oder Sachspenden: Geldspenden können unter „VG Mellrichstadt, Stichwort Asyl Mellrichstadt“ auf alle Konten der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt eingezahlt werden. Bei Sachspenden gilt der Grundsatz, dass sie an den bekannten Stellen im Landkreis abgegeben werden können. Für Sachspenden werden – ob in der Stadt oder auch VG-Gemeinden – geeignete Räumlichkeiten gesucht.

von Georg Stock

Hilfe zur Selbsthilfe – mit Augenmaß 17.09.2015

Ziel des Solidaritätsteams: Den Flüchtlingen das Leben in Deutschland lernen
MELLRICHSTADT (sto)

Mag die Ankunft der drei Flüchtlings-Familien aus Syrien in Mellrichstadt, um es mit den Worten von Bürgermeister Eberhard Streit zu sagen, noch „recht abenteuerlich“ gewesen sein, „ins Nichts gefallen sind sie nicht“. Einen Tag früher als angekündigt, standen sie – wie bekannt – vor der Tür. Dank der schnellen Reaktion der zahlreichen Helfer aus dem Solidaritätsteam war der Einzug ins neue Domizil am Abend geschafft. An diesem Beispiel habe sich Organisation und Struktur dieser Truppe bestens bewährt, lobte das Stadtoberhaupt bei einer Nachbesprechung in der Carl-Fritz-Stube. In gleichem Maße freute er sich darüber, dass sich die 15 Neubürger – sechs Erwachsene und neun Kinder – bereits in den ersten Tagen sehr lernbegierig zeigen, um sich im Alltagsleben zurechtzufinden.
Die Welle der Hilfsbereitschaft in der Stadt ist groß, weiß der Bürgermeister. Angebote der Hilfe sind nicht nur bloße Lippenbekenntnisse. Doch dürfe die Hilfe nicht zum Bumerang werden, indem die Neuankömmlinge „durch unser Tun überfrachtet werden“. Eberhard Streit:
„Was sie brauchen, sollen sie bekommen.“ Das schließe aber auch ein, dass für manche Dinge des täglichen Lebens – seien es Gegenstände oder Waren – ein kleiner Obolus fällig wird. Einerseits ein Aspekt, der „den Neubürgern Würde und Selbstbewusstsein gibt, ihnen aber andererseits auch nicht das Bild vom Schlaraffenland vorgaukelt“. Für Bürgermeister Streit ein ganz wichtiger Punkt mit Blick auf den sozialen Frieden in der Stadt.
Was die kleinen Schritte der Integration betrifft, da sind sich der Bürgermeister und Marianne Fritz, Sprecherin des Solidaritätsteams, im Konsens mit den übrigen Mitstreitern einig. „Wir müssen den Flüchtlings-Familien Orientierung geben und ihnen das Leben in Deutschland lernen.“ Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ soll den Neubürgern so Schritt für Schritt der Weg in die Selbständigkeit gelingen. Ein unverzichtbarer Mitstreiter steht den Mellrichstädtern mit Mustapha Honneineh zur Seite. Der gebürtige Libanese ist nicht nur Dolmetscher und Sprachrohr für beide Seiten, er ist den Neubürgern ein wichtiger Vermittler bei den verschiedensten Behördengängen und nicht zuletzt dem Bürgermeister wie auch den Mitstreitern aus dem Helferkreis ein gefragter Ratgeber, was die Lebenskultur der Neuankömmlinge betrifft. Die drei Familien aus Syrien fühlen sich mit ihren Kindern in Mellrichstadt sehr wohl, weiß Mustapha aus seinen Gesprächen. Nicht zuletzt trägt auch das herzliche Verhältnis mit den Nachbarn in der Hainhöfer Straße zum schnellen Eingewöhnen in das Alltagsleben bei. A propos Alltagsleben. Das hat für sieben der neun Kinder der drei Flüchtlings-Familien mit der Einschulung in dieser Woche schon begonnen. Eine ins Gespräch gebrachte Übergangsklasse in der Grundschule Mellrichstadt, in der Flüchtlingskinder aus mehreren Orten hätten unterrichtet werden können, wird es nicht geben, berichtete Carola Altenhöner-Weigel vom Arbeitskreis Schule von der Entscheidung des Schulamts. Laut ihrer Auskunft werden drei Kinder die erste Klasse und drei Kinder die vierte Klasse besuchen. Ein Kind wechselt in die Mittelschule.
„Sie alle sind heiß darauf, in die Schule zu gehen“, machte Altenhöner-Weigel deutlich. Die schulische Seite ist nach den Worten der Pädagogin so weit geregelt, dass sie über die Fächer Musik, Malen und Werken sowie Sport in den Unterricht miteingebunden und integriert werden. Ab kommender Woche stehen im evangelischen Kindergarten in Mellrichstadt zwei freie Plätze für die beiden jüngsten Neubürger zur Verfügung, fügte Pfarrer Andreas Werner mit dem Hinweis auf das Betreuungsangebot hinzu.
Für Kinder, die die Schrecken der Kriegswirren hautnah miterlebt haben, sicherlich eine Geste, die ihnen unvergessen bleibt: die Schultüten-Aktion des Aktiven Mellrichstadt am vergangene Mittwoch. Zur hellen Freude der Kinder wurden in den Fachgeschäften die Schultüten neben allerlei Süßigkeiten auch mit Schreib- und Malstiften, mit Brotdosen oder Trinkflaschen gefüllt. Und so hörte man sie Worte wie Bitteschön und Dankeschön, oder auch Hallo und Guten Tag immer wieder voller Stolz wiederholen.

von Georg Stock

Neues Leben in Frieden und Freiheit 10.09.2015

Ankunft der ersten Kriegsflüchtlinge aus Syrien in Mellrichstadt
MELLRICHSTADT

Spalier stehen und zur Begrüßung Beifall klatschen – und das war es dann auch. Eine solche Willkommenskultur wird es in Mellrichstadt nicht geben. Nicht für die Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien, die im Laufe dieses Freitags in Mellrichstadt ankommen. Die Neuankömmlinge, das sind drei Familien mit insgesamt 15 Personen – sechs Erwachsene und neun Kinder im Alter von einem Jahr bis 13 Jahren -, die in einem Anwesen in der Hainhöfer Straße ein neues Zuhause finden.
Willkommen in Mellrichstadt. Neben Bürgermeister Eberhard Streit werden einige Bürger dieser Stadt, die sich ehrenamtlich im Arbeits- und Helferkreis Asyl unter dem Vorsitz von Marianne Fritz engagieren, die 15 Neubürger beim Einzug in ihr neues Domizil begrüßen und die Hand reichen. Eine Geste und Haltung, die deutlich macht: „Wir sind für euch da.“ Und die Vertrauen schafft.
Als in der Stadt bekannt geworden war, dass die Mellrichstädter Zweigstelle der Kreisberufsschule Bad Neustadt als Sammelunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet wird, hatte sich in kurzer Zeit ein Kreis Gleichgesinnter gebildet und im Arbeits- und Helferkreis Asyl zusammen geschlossen. Mit dem Ziel, die Neubürger, die ihr tägliches Leben neu erfahren, zu unterstützen und „die Menschen an die Hand zu nehmen, wo sie es brauchen und dies auch wollen“. 90 Freiwillige machen mit und wollen sich in unterschiedlichen Gruppen engagieren.
Das wissen die Stadtverantwortlichen wie auch Marianne Fritz zu schätzen, die den Begriff „Arbeits- und Helferkreis Asyl“ lieber durch das Wort „Solidaritätsteam“ ersetzen möchte. „Das ist treffender und in der Wirkung nach außen auch positiver.“
Angesichts der Ankunft der Flüchtlinge aus Syrien hat Marianne Fritz das Kernteam des Arbeits- und Helferkreises kurzfristig im Treffpunkt zusammen gerufen. Mit in der Runde der mehr als Dutzend Ehrenamtlicher dabei war auch Mustapha Honneineh, der als Dolmetscher und Kontaktperson zu den syrischen Neubürgern zur Verfügung steht. „Ein Glücksfall für Mellrichstadt“, wissen der Bürgermeister und die Arbeitskreis-Vorsitzende die Hilfsbereitschaft des Libanesen, der seit drei Jahren in Mellrichstadt lebt, zu schätzen.
Neues Leben in Frieden und Freiheit 10.09.2015 Ankunft der ersten Kriegsflüchtlinge aus Syrien in Mellrichstadt.

MELLRICHSTADT Spalier stehen und zur Begrüßung Beifall klatschen – und das war es dann auch. Eine solche Willkommenskultur wird es in Mellrichstadt nicht geben. Nicht für die Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien, die im Laufe dieses Freitags in Mellrichstadt ankommen. Die Neuankömmlinge, das sind drei Familien mit insgesamt 15 Personen – sechs Erwachsene und neun Kinder im Alter von einem Jahr bis 13 Jahren -, die in einem Anwesen in der Hainhöfer Straße ein neues Zuhause finden.
Willkommen in Mellrichstadt. Neben Bürgermeister Eberhard Streit werden einige Bürger dieser Stadt, die sich ehrenamtlich im Arbeits- und Helferkreis Asyl unter dem Vorsitz von Marianne Fritz engagieren, die 15 Neubürger beim Einzug in ihr neues Domizil begrüßen und die Hand reichen. Eine Geste und Haltung, die deutlich macht: „Wir sind für euch da.“ Und die Vertrauen schafft.
Als in der Stadt bekannt geworden war, dass die Mellrichstädter Zweigstelle der Kreisberufsschule Bad Neustadt als Sammelunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet wird, hatte sich in kurzer Zeit ein Kreis Gleichgesinnter gebildet und im Arbeits- und Helferkreis Asyl zusammen geschlossen. Mit dem Ziel, die Neubürger, die ihr tägliches Leben neu erfahren, zu unterstützen und „die Menschen an die Hand zu nehmen, wo sie es brauchen und dies auch wollen“. 90 Freiwillige machen mit und wollen sich in unterschiedlichen Gruppen engagieren.
Das wissen die Stadtverantwortlichen wie auch Marianne Fritz zu schätzen, die den Begriff „Arbeits- und Helferkreis Asyl“ lieber durch das Wort „Solidaritätsteam“ ersetzen möchte. „Das ist treffender und in der Wirkung nach außen auch positiver.“
Angesichts der Ankunft der Flüchtlinge aus Syrien hat Marianne Fritz das Kernteam des Arbeits- und Helferkreises kurzfristig im Treffpunkt zusammen gerufen. Mit in der Runde der mehr als Dutzend Ehrenamtlicher dabei war auch Mustapha Honneineh, der als Dolmetscher und Kontaktperson zu den syrischen Neubürgern zur Verfügung steht. „Ein Glücksfall für Mellrichstadt“, wissen der Bürgermeister und die Arbeitskreis-Vorsitzende die Hilfsbereitschaft des Libanesen, der seit drei Jahren in Mellrichstadt lebt, zu schätzen.
Die aktuelle Situation und Zwänge schildernd, Wohnraum für Kriegsflüchtlinge zur Verfügung zu stellen, freute sich Eberhard Streit über die Bereitschaft von Bürgern in seiner Stadt, freie Wohnungen anzubieten. Wie dies beim Anwesen in der Hainhöfer Straße der Fall ist. Es bietet den drei Familien aus Syrien – mit sechs Erwachsenen und neun Kindern im Alter von einem Jahr bis 13 Jahren – ausreichend Platz, „sie sind dort sehr gut untergebracht“, zeigten sich Streit und Fritz überzeugt. Zumal auch dieser Aspekt das Zusammenleben unter einem Dach wohl positiv beeinflusst, nämlich dass „sich die Familien untereinander bereits gut kennen“, wie der Bürgermeister weiß.
Das Stichwort „Kennen lernen“ liegt der Verantwortlichen in der Stadt und im Helferkreis am Herzen. Deshalb haben Mitglieder aus dem Kernteam zusammen mit dem Bürgermeister die unmittelbaren Nachbarn der Neuankömmlinge aufgesucht und informiert und für eine gute Willkommenskultur geworben. Die Familien werden sicherlich ihre Zeit zum Eingewöhnen brauchen, doch gerade die ersten Tage der Begegnung seien entscheidend für den gegenseitigen Kontakt, so die einhellige Meinung. Und den will Marianne Fritz gleich in den nächsten Tagen bei einem Stadtrundgang zu den wichtigsten Plätzen und Gebäuden in.

Von Georg Stock